Kunterbunt

Das Happy End

14. Juni 2016 0 Kommentare

Wussten Sie, dass die Geschichte des Tonfilmes, der uns heute so sehr begeistert, sehr viel mit der Sehnsucht nach Glück zu tun hat. Die Hauptrolle dabei spielte immer das Happy End!

Blicken wir ins Jahr 1927 zurück. Damals machte der Tonfilm, die wohl größte Revolution der Filmgeschichte, die Stars der bislang bewunderten Stummfilme  plötzlich hörbar. Und er ließ die Storys damit noch mehr knistern. Die Folgen waren enorm: Ende der 1920er Jahre stürmten in Deutschland täglich etwa zwei Millionen Menschen bereits über 5.000 Filmpaläste und Kinos. Und im Jahr 1930 gab’s dann noch eine Sternstunde der besonderen Art für das Starwesen: Marlene Dietrich ist als „Der blaue Engel“ gleich im ersten großen deutschen Tonfilm, wie es damals euphorisch hieß „unsterblich“ geworden und sofort zum Weltstar aufgestiegen. Und die Handlungen? Es dominierten einfach gestrickte Muster von heiler Welt und glücklichem Ende.  Es gab eine Art Glücksdusche im Kino!

Mit der Weltwirtschaftskrise schien die große Film-Party zunächst vorbei zu sein, denn für große Produktionen fehlten die Geldgeber. Und doch kam alles ganz anders, weil die Menschen offenbar Ablenkung von ihrer tristen Lebenssituation, von Not, Arbeitslosigkeit und akutem Mangel an Perspektiven suchten. Die Lichtspieltheater wurden weiter gestürmt. Für eine kleine Dosis heiler Welt, für ein bisschen Glück, war man bereit, auch auf den Notgroschen zurückzugreifen. Packende Storys, große Stars und eben das Happy End waren weiterhin sehr gefragt. Daran hat sich bekanntlich bis heute wenig geändert!

Credit: geralt/pixabay.com

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