Forschung

Single und happy

20. August 2016 0 Kommentare
Allein happy pgottschalk
Neueste Erkenntnisse räumen mit der gängigen Meinung auf, dass Singles oft unter ihrer Einsamkeit leiden. Auffallend viele sind, so heißt es, gut drauf!

Die bekannte Psychologin Bella DePaulo von der University of California in Santa Barbara hat jüngst auf der Jahrestagung der American Psychological Association einen Paukenschlag geliefert: Sie konnte eindrucksvoll dokumentieren, dass sich Singles heutzutage deutlich besser fühlen, als es in älteren Studienergebnissen immer wieder hieß.

Kontrollgruppe

DePaulo hat sich für ihre These große Mühe gemacht: Sie wertete über 800 Studien aus und entdeckte dabei, dass sehr viele mit ihrem Leben als Alleinstehende durchaus glücklich und zufrieden sind. Nicht nur das, sie schätzen sich häufig auch als gesünder ein. Das Datenmaterial der Forscherin war allerdings von einer Besonderheit geprägt: Die Alleinstehenden dienten vorwiegend als Kontrollgruppe bei Untersuchungen, die sich auf das Leben von verheirateten Menschen konzentrierten. Deshalb blieben die Ergebnisse zu den Singles weitgehend unbeachtet.

Zeitfaktor

Die Psychologin konnte auf Basis ihrer Untersuchung auch gut erklären, warum die Alleinstehenden von heute oft richtig gut drauf sind. So spielt ganz offensichtlich eine wichtige Rolle, dass der Job im Leben von Singles mehr Erfüllung bringt als bei Menschen, die in einer Partnerschaft leben. Was nicht weiter verwundert, denn Familie und allenfalls auch Kinder brauchen nicht nur Zuneigung, sondern auch Zeit. Da kommt nicht selten der Job zu kurz und kann damit kaum Zufriedenheit vermitteln.

Alleinstehende haben aber auch, wie sich weiter herausstellte, den besseren Draht zu ihren Eltern und zur gesamten Verwandtschaft, engagieren sich stärker in Freundschaften und pflegen intensiver berufliche Netzwerke. Bei all dem geht es wieder um den Faktor Zeit, mit dem unter selbstbestimmten Bedingungen ganz anders umgegangen wird.

Für Bella DePaulo ist vor dem Hintergrund ihrer Erkenntnisse klar, dass die Wissenschaft in Zukunft dem Leben der Singles weit mehr Bedeutung geben muss.

HR

Foto: pgottschalk, pixabay.com

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