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Nicht ärgern, würfeln!

30. August 2016 0 Kommentare
Mensch ärgere dich nicht
In der deutschen Kreisstadt Wiesloch fand die vierte Weltmeisterschaft im „Mensch ärgere dich nicht“ statt. Angeblich hat nicht nur das Glück entschieden.

Es ist mehr als 100 Jahre alt, gilt als das populärste Gesellschaftsspiel im deutschen Sprachraum – „Mensch ärgere dich nicht“. Die Sache ist denkbar einfach: Vier in gemeinsamer Farbe gehaltene Figuren müssen aus einer Start- in eine Zielbox und dafür von Punkt zu Punkt hüpfend eine Runde am Spielfeld ziehen. Wie schnell bestimmt der Würfel. Wichtig ist noch die kleine Bösartigkeit des Spiels: Wer seine Figur just auf jenen Punkt würfelt, auf der schon eine andere steht, wirft diese zurück in die Startbox. Viele Menschen lieben dieses Glücksspiel wegen diesem bescheidenen Hauch von Spannung, der in eine sehr simple Logik eingebettet ist.

Zum vierten Mal

Umso größer ist das Staunen, wenn man hört, dass es dazu auch eine Weltmeisterschaft gibt. Sie wurde jüngst in Wiesloch (Baden-Württemberg) in der Mensa eines Gymnasiums abgehalten – bereits zum vierten Mal. Und sogar mit hochoffizieller Genehmigung durch die Inhaber der Rechte am Spiel. Die Veranstalter durften rund 100 Teilnehmer zählen, etwas weniger als beim letzten Mal. In Sachen internationale Reichweite schwächelt das Ereignis allerdings noch ein wenig: Neben vielen Lokalmatadoren waren ein Spanier und eine Gruppe von Gästen aus der US-Partnerschaft Sturgis am Start. Die hatten eine nicht unerhebliche Erschwernis zu bewältigen: „Mensch ärgere dich nicht“ kennt man in den USA so gut wie gar nicht, erst ein Blitzkurs hat die Herrschaften startklar für die WM gemacht. Zuletzt war’s noch etwas schillernder im Teilnehmerfeld, weil auch ein in Deutschland lebender Exil-König aus Ghana mitwürfelte.

Die Organisatoren, die das Startgeld von zehn Euro traditionell mit einer guten Tat verknüpfen, sind um das sportliche Ansehen bemüht und verweisen darauf, dass es sehr wohl auch eine taktische Komponente im Spiel gibt.

Für die Sieger im Team- und Einzelwettbewerb war jedenfalls Jubelstimmung angesagt. Es gab zwar keine großen Medienauftritte, aber schöne Pokale von örtlichen Sponsoren. Und niemand lässt auch nur den geringsten Zweifel daran aufkommen, dass es in zwei Jahren wieder weltmeisterlich wird in Wiesloch. Für alle, die sich darauf vorbereiten wollen, zwei wichtige Hinweise aus dem Regelwerk: „Berührt ist geführt“ und „Schlagen ist oberste Pflicht“. Alles klar?

AZ

Foto: KK

 

 

 

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