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Die Geheimnisse des Lächelns

15. September 2016 0 Kommentare
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Ein glückliches Lächeln – ob echt oder künstlich – ist in mehrfacher Hinsicht ein „Gute-Laune-Turbo“. Besonders vor der Kamera und beim Selfie.

„Schenke der Welt ein Lächeln, und sie lächelt zurück“, sagt eine alte Volksweisheit. Diese Geheimwaffe der Kommunikation bewährt sich schon seit Jahrhunderten. Wobei sie interessanter Weise wechselvolle Zeiten erleben musste. Lange Zeit hielt man sich damit stark zurück, denn es galt nicht als Ausdruck von Charme sondern deutete eher auf Unbedarftheit und Verlegenheit hin. Schwer geschadet hat dem Lächeln einst genau jene Technik, die es heute blühen lässt wie nie zuvor – die Fotografie. Die langen Belichtungszeiten in den Urzeiten des Knipsens machten steinerne Minen und steife Haltung notwendig, weil das Bild ja sonst „verwackelt“ worden wäre.

Spiegelneuronen

Heute begeistert das Lächeln regelrecht und wir dürfen sogar hinter seine Kulissen zu blicken. Da erklären uns etwa die Geheimnisse der Spiegelneuronen, warum es – wie etwa auch das Gähnen – tatsächlich ansteckend wirkt. Aber auch die Aufmerksamkeitsforschung tummelt sich in diesem so sympathischen Revier – weil Bilder von menschlicher Mimik – dessen schönste Form ist zweifelsfrei das Lächeln – mit Abstand die besten Eyecatcher sind, also das Auge geradezu magnetisch anziehen. Also nicht zufällig sind Plakatwände Orte eines intensiven Wettlächelns.

 

Bleistift-Lächeln

Zu aufregendem Lächel-Wissen führt uns auch das aufstrebende Fachgebiet des Embodiments („Verkörperung“). Der Sozialpsychologe Fritz Strack entdeckte an der Universität von Mannheim in den späten 1980er Jahren, dass man die eigene Stimmung mit einem künstlichen Lächeln dopen kann. Damals nahmen Versuchspersonen einen Bleistift quer so in den Mund, dass sich auf diese Weise ihre Mundwinkel zu einem quasi mechanischen Lächeln anhoben – und fühlten sich mit diesem simplen Trick gleich viel besser.

Im Embodiment-Fahrwasser fährt oft auch die Fotografie. Vor der Linse wird „gecheest“, weil man sich damit schöner fühlt. Aber diese Inszenierung des künstlichen Foto-Lächelns wirkt (siehe Bleistift) auch positiv auf die eigene Psyche – die Stimmung steigt. Besonders heftig wirken die Kräfte des Lächelns beim Selfie: Erstens trickst man sich nach Art des Embodiments aus, zweitens wird man vom eigenen Lächeln am Handy-Display angesteckt. Eine Doppelmühle der Fröhlichkeit.

HR

Foto:laura6, pixabay.com

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