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Auf nach Glücksiko!

28. September 2016 0 Kommentare
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Mexiko ist eine Goldgrube für Glücksforscher, weil es so schön aus der Reihe tanzt. Trotz vieler Schwierigkeiten geht dort auch großes Glück um.

 Der berühmte “World Happiness Report” erstellt jährlich ein Ranking der glücklichsten Länder dieser Welt. In den vorderen Bereichen gibt es da keine großen Überraschungen, es duellieren sich die Schweiz und Dänemark um den Spitzenplatz und dahinter ist eine Parade von wohlhabenden Staaten in Westeuropa zu finden. Hinter den Top Ten sind dann die Überraschungen zu entdecken. Im Vorjahr war Mexiko die Sensation auf Platz 14 – knapp vor den USA und unmittelbar hinter Österreich. Heuer schwächelte man etwas in der Glücksreihung und rutschte auf Platz 21 zurück, aber unter 158 Ländern ist das noch immer höchst beachtlich. Umso mehr, wenn man schaut, wer da dahinter zu finden ist. Etwa Großbritannien.

Happy-Power

Damit nicht genug. Auch bei einer Langzeitauswertung des berühmten „World Values Survey“, der seit Jahrzehnten weltweit die Befindlichkeiten der Menschen erforscht, erwies sich Mexiko – trotz wilder Drogenkriege und vielerlei anderer Probleme – als wahre Festung von Happy-Power. Man liegt mit 61 Prozent an Menschen, die sich dort „sehr glücklich“ fühlen, an der Weltspitze. Zum Vergleich: Deutschland brachte es dabei auf magere 22 Prozent.

Das Glücksgen

Ein bulgarischer Wissenschaftler sorgt seit geraumer Zeit mit seiner These dazu weltweit für Aufmerksamkeit: Michael Minkov, Professor für Anthropologie und für interkulturelle Studien an der Universität von Varna am Schwarzen Meer, will beweisen können, dass ein Gen mit dem Namen „rs324420“ den Stimmungsunterschied ausmacht. Es hilft dem Menschen dabei, verstärkt eine Substanz namens Ananadomid auszuschütten, die Ängste reduziert und Schmerzen lindert.

In Mexiko sind, will Minkov erforscht haben, 46 Prozent der Menschen mit diesem Glücksbeschleuniger ausgestattet, in Deutschland nicht einmal halb so viele. Auch in vielen anderen Ländern stimmen die Werte in den Glücksrankings, so Minkov, grob mit den Ananadomid-Quoten deren Einwohner überein.

Unsere Korrespondentin

Glueckszeitung.at hat eine Korrespondentin in Mexiko: Claudia Chibici-Revneanu, Universitätsprofessorin für interkulturelle Studien an der ENES-UNAM in Leon. Und auch Forscherin im Bereich von Glücksthemen (siehe unsere Story „Schreibe dich glücklich!“) Sie glaubt nicht an das Glücksgen und hat andere Erklärungen:

 „Viele Mexikaner sind sehr philosophisch und haben oft eine sehr positive Lebensphilosophie. Man geht nicht davon aus, dass die Dinge perfekt sein müssen und man weiß, dass man bei Schwierigkeiten immer „seguir adelante“ – also einfach weitermachen muss. Hier gibt es auch eine sehr intime Beziehung zum Leben, die auch vor dem Tod nicht zurückschreckt. Siehe das ganz wichtige Fest der Totentage, das voller Farben und Fröhlichkeit ist.“

Aus Sicht der Professorin spielen noch zwei weitere Besonderheiten wichtige Glücksrollen in Mexiko „Die große Bedeutung der Familie, die sehr starken Rückhalt gibt, und die Tatsache, dass Feiern und Feste sehr ernst genommen werden.“ Und ein Satz gefällt ihr sehr gut: „Lo bailado nadie te lo quita!“ Übersetzt: Niemand kann dir das Getanzte wieder wegnehmen!

BC

Foto: rigoyrbk, pixaby.com

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