Forschung

Schlank, aber unglücklich

2. Oktober 2016 0 Kommentare
Kann das Abnehmen die menschliche Psyche belasten? Konkrete Hinweise dazu liefern jedenfalls die spannenden Ergebnisse einer britischen Studie.

Wer sich von ein paar lästigen Kilos Körpergewicht trennt, tut ohne Zweifel seinem Körper Gutes. Und auch seiner Psyche, meinte man bislang – denn es ist ein feines Gefühl, eine solche Herausforderung mit viel Selbstdisziplin gemeistert zu haben. Oft wurde ein solches Projekt auch von Gruppendynamik beflügelt, die zusätzlich noch ein gutes Gemeinschaftsgefühl entstehen ließ. Mehrere Studien legten jedenfalls immer wieder Befunde vor, die in diese eigentlich auch durchaus logische Richtung deuteten.

Langzeitstudie

So ist es aber nicht, sagt ein von Jane Wardle geführtes Team von Wissenschaftlern am University College London, das sich geeignete Daten einer Langzeitstudie in Großbritannien vorgeknöpft hatte. Man kam dabei nämlich mit sorgfältiger Analyse zu einem erstaunlichen Ergebnis: Bei Menschen, die über einen längeren Zeitraum Gewicht verloren hatten, stellte man mit einer um fast 80 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit depressive Störungen fest, als bei Menschen mit unverändertem Körpergewicht.

Heiße Spur

Die Schwachstelle bei dieser Deutung: Ob tatsächlich, wie die Wissenschaftler eher glauben, das Abnehmen die Psyche belastetet hat, oder ob nicht Menschen aufgrund einer depressiven Störung – die auch zu Appetitlosigkeit führen kann – abgenommen haben, lässt sich nicht verlässlich sagen. Jedenfalls hat die im Fachjournal „PLoS One” veröffentlichte Untersuchung eine heiße Spur entdeckt, der man – und da ist sich die Fachwelt einig – unbedingt weiter nachgehen sollte.

HR

Foto: PublicDomainPictures, pixabay.com

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