Schule

Wie lernt man Glück?

7. Oktober 2016 0 Kommentare
Eine pädagogische Erfolgsgeschichte in der Steiermark – an über 100 Schulen wird Glück unterrichtet – sorgt stets für großes Interesse. Projektleiterin Elfriede Niederl dazu im Interview.

glueckszeitung.at: Diese Frage hören Sie wahrscheinlich nicht so selten: Kann man denn Glück tatsächlich lernen?

Elfriede Niederl: Die Frage ist mir sehr vertraut. Es gibt da und dort verständliche Zweifel daran, weil wir ganz neue Wege gehen. Man kann Glück lernen, dafür haben wir mittlerweile viele Belege. Rückmeldungen von der Lehrerschaft, von Eltern und Kindern und vor allem auch über eine wissenschaftliche Evaluation unseres Projektes. Manchmal tun sich die Zweifler auch ein wenig leichter, wenn wir einen anderen Begriff verwenden – wenn es um die psychosoziale Gesundheit der Schülerinnen und Schüler geht.

glueckszeitung.at: Und wie lernt man es jetzt?

Niederl: Es geht um entscheidende Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen. Wie kann mir mein Leben gut gelingen? Wie entdecke ich meine Stärken – und vor allem, wie kann ich sie besser einsetzen? All das und einiges mehr lässt sich sehr wohl erlernen und es bringt den Kindern letztlich vor allem eines – Glück.

glueckszeitung.at: Gelingt das Lernen von Glück in allen Altersgruppen?

Niederl: Wir glauben fest daran, haben aber natürlich auch die Erfahrung gemacht, dass es nicht überall gleich gut und vor allem nach dem gleichen Muster funktioniert.

glueckszeitung.at: Wo funktioniert es am besten?

Niederl: Bei Kindern in der Grundschule, weil sich die Inhalte des Glücksunterrichtes sehr gut in kleinen Einheiten in den Gesamtunterricht integrieren lassen. In der Sekundarstufe wird der Glücksunterricht, so meinen wir, am besten in Projekttagen oder Projektwochen umgesetzt – und das ist nicht immer ganz einfach zu planen. Dennoch ist es wichtig.

glueckszeitung.at: Wohl auch eine Frage, die Ihnen oft serviert wird: Was bringt’s?

Niederl: Unglaublich viel. Unzählige Rückmeldungen zeigen uns, dass sehr viele Schülerinnen und Schüler den Glücksunterricht regelrecht lieben. Die Lehrerinnen und Lehrer berichten über erstaunliche Veränderungen im Klassenklima und ein insgesamt höchst positives Stimmungsbild.

glueckszeitung.at: Sie sind als Fachinspektorin auch für das Thema Ernährung verantwortlich. Hat das einen Bezug zum Glück?

Niederl: Das richtige Ernährungsverhalten ist wichtiger Teil des Glücksunterrichtes, dazu versuchen wir natürlich das nötige Wissens-Rüstzeug zu vermitteln.

glueckszeitung.at: Hätten Sie als Fachfrau auch gleich einen glücksbringenden Ernährungstipp für uns?

Niederl: Ich setze diesbezüglich ganz auf den Apfel aus meiner steirischen Heimat. Er weckt die Lebensgeister und belebt die Sinne. Äpfel habe ich daher meistens in Reichweite.

glueckszeitung.at: Und was wurmt die Glückspädagogin manchmal?

Niederl: Wenn das Thema milde belächelt wird und wenn Leute nicht verstehen, dass es dabei um ganz große Chancen für unsere Kinder geht.

BC

Foto: KK

Das könnte dir auch gefallen...

Kommentieren