Schule

Der Kick für das Glück

13. Oktober 2016 0 Kommentare
Kathi V. Wachnowski (Ruhr-Universität Bochum) leitet eine ungewöhnliche Großstudie zum Glück im Lehrerberuf. Im Interview verrät sie einiges über das Projekt und sich selbst.

glueckszeitung.at: Sie haben Lehramt und Wirtschaftspsychologie studiert. Welche besondere Inspiration hat dieser Doppelpack für Ihr Vorhaben gebracht?

Kathi V. Wachnowski: Mir ist im pädagogischen Umfeld die Häufung der negativ zentrierten Forschung aufgefallen. Deshalb versuchen wir in diesem Projekt auch von der defizitären Perspektive wegzugehen und einen ressourcenorientierten Blick auf die Lehrerinnen und Lehrer zu werfen. Meine Erfahrungen aus Unternehmen helfen mir da auf jeden Fall dabei.

glueckszeitung.at: Sie haben ein sehr anspruchsvolles, mehrstufiges Studiendesign gewählt, bei dem Lehrerinnen und Lehrer auch gebeten werden, so etwas wie Tagebucheinträge zu verfassen. Wir sich dieser Aufwand lohnen?

Wachnowski: Ich bin überzeugt davon. Wir erwarten davon ein deutlich dynamischeres Verständnis der Zusammenhänge

glueckszeitung.at: Sie haben viele Partner für das Projekt begeistern können und erwecken auch selbst den Eindruck, hoch motiviert zu sein Wie gelingt das?

Wachnowski: Nur durch die Begeisterung ist das Projekt so groß und für mich auch längst mehr als eine Promotionsarbeit geworden. Es geht darum, wichtige und spannende Fragen zu klären.

 glueckszeitung.at: Was macht denn eine Glücksforscherin ganz persönlich glücklich?

Wachnowski: Da gibt es gleich einiges. Ich liebe handwerkliche Arbeit und körperliche Herausforderungen. So habe ich etwa mit einer Freundin gemeinsam ein Feld gepachtet, das wir mit großer Leidenschaft bearbeiten. Und jüngst habe ich die Zugspitze – über den Klettersteig – bestiegen. Und Fotografieren macht mir auch großen Spaß.

glueckszeitung.at: Sie suchen also – siehe Zugspitze – schon auch den Kick für ihr Glück.

Wachnmowski: Bergsteigen und Wandern hat auf jeden Fall viel mit der Suche nach Glücksmomenten zu tun. Ich genieße es sehr, sozusagen ganz im Moment zu sein.

glueckszeitung.at: Hat die Glücksforscherin einen ganz besonderen Glückstipp auf Lager?

Wachnowski: Aus meiner Sicht ist es für das persönliche Glück sehr wichtig, den Beruf, das soziale Umfeld und das eigene, individuelle Tun in Einklang zu bringen. Ich versuche das in meinem Leben unbedingt auch selbst zu schaffen.

Ein Hinweis: glueckszeitung.at berichtete bereits über das Studienprojekt („Studie sucht Mitmacher“) und ein Glücksforscher-Treffen in Graz („Gipfel“ für das Lehrerglück“), an dem Kathi V. Wachnowski teilnahm.

BC

FOTO: KK

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