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Kugelrund und gesund

11. November 2016 0 Kommentare
 Der „Tag des Apfels“ erinnert uns daran, dass die köstliche und gesunde Vitaminkugel in ihrer langen, aufregenden Geschichte auch viel mit Glück zu tun hatte.

Er ist ohne Zweifel die berühmteste Frucht der Religionsgeschichte: Der Apfel war’s, mit dem Eva den Adam verführte, was letztlich zur Vertreibung aus dem Paradies geführt haben soll. Das Kernobst, das vermutlich etwa 10.000 vor Christus in der Gegend des heutigen Kasachstans erstmals gepflanzt worden ist, steht im Mittelpunkt vieler Mythen und Sagen. In verschiedensten Kulturen galt er als das prägende Symbol für Glück, Schönheit und Macht – was letztlich auch dazu führte, dass der Reichsapfel zum Krönungszeichen der deutschen Kaiser geworden ist. Und in einigen Regionen Deutschlands war es etwa über lange Zeit hinweg Brauch, am Heiligen Abend einen Apfel zu verzehren, um damit Fortuna für das kommende Jahr gnädig zu stimmen.

Der Apfel zählt eindeutig zu den wichtigsten Obstarten der Welt. Produktions-Weltmeister ist China mit einem gewaltigen Anteil von 49 Prozent, jährlich werden unglaubliche 40 Millionen Tonnen geerntet. Mit vier Millionen weit abgeschlagen sind die USA an zweiter Stelle. Österreich ist mit durchschnittlich etwa 180.000 Tonnen pro Jahr und einem Weltmarktanteil von 0,5 Prozent zwar unter „ferner liefen“ zu finden, darf aber darauf stolz sein, in Sachen Qualität ganz weit vorne zu liegen.

Überholspur

Dennoch steht heuer der „Tag des Apfels“, der in Österreich jeweils am zweiten Freitag des Monats November begangen wird, unter keinem guten Stern. Im Apfel-Bundesland Nummer eins, der Steiermark, hat die Frostkatastrophe im Frühjahr zu gewaltigen Ernteausfällen geführt und auf diese Weise Millionenschäden angerichtet. Das Apfelland steht damit fast ganz ohne Äpfel da. Nicht nur das: Im letzten Jahrzehnt ist auch der Apfelkonsum erheblich zurückgegangen – in Westeuropa um elf und in Nordamerika um acht Prozent. Obstimporte aus der Ferne sind auf die Überholspur gegangen.

Dennoch gibt es kräftige Hoffnungsschimmer: Erstens tun sich in Asien und Afrika ganz neue Märkte mit großer Apfelbegeisterung auf, zweitens ist und bleibt die vielfach bestätigte Weisheit „One apple a day keeps the doctor away“ (mit einem Apfel am Tag braucht man keinen Arzt) ein Glücksfall für die Zukunft des Apfels.

HR

Foto: PublicDomainPictures, pixabay.com

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