Forschung

Die Glücks-Chemie

17. November 2016 0 Kommentare
gehirn-geralt
Ein Blick hinter die Kulissen des Glücks: Es entsteht im Gehirn – in einer Abteilung, die auf raffinierte Weise in unserem Leben Regie führt. Im „Belohnungszentrum“.

Die US-Neurowissenschaftler Peter Milner und James Olds entdeckten vor über 60 Jahren jenes mittlerweile berühmt gewordene limbische System, das Teil eines Steuerungszentrums für Belohnung und Lust im menschlichen Gehirn ist. Dessen Herzstück ist der so genannte Nucleus accumbens, der reichlich einen der begehrtesten Kraftstoffe im Neuronenland auf Lager hat – Dopamin. Dieser chemische Botenstoff, einer von unzähligen Neurotransmittern, die die Verständigung der Neuronen untereinander ermöglichen, mischt in mehreren Abteilungen mit. Dopamin gibt etwa die Befehle des Nervensystems an die Muskulatur weiter, stärkt die Fähigkeit der Wahrnehmung und – sicherlich seine wichtigste Aufgabe – es beschert die Gefühle von Glück, Zufriedenheit und Zuversicht. Unterstützung geben ihm dabei ähnlich wirkende Stoffe der Signalübermittlung wie Serotonin und Endorphine.

Botenstoffe

Dopamin ist nach derzeitigem Wissensstand zweifellos einer der aufregendsten Botenstoffe. Er gilt als die wichtigste Währung im Belohnungssystem. Man begegnet ihm immer, wenn es für den Menschen um besonders viel geht. Bei erotischen Erlebnissen wird das Gehirn damit förmlich überflutet, aber auch Freude über ein Erfolgserlebnis, eine wichtige Erkenntnis, schöne Musik, oder ein interessantes Gespräch werden reichlich mit wohliger Neurochemie beschenkt. Belohnt wird einfach – höchst pädagogisch – all jenes Verhalten, das sich in der Evolutionsgeschichte des Menschen als sinnvoll erwiesen hat. Kräftige Impulse bekommen auf diese Weise der Fortpflanzungstrieb, der Gemeinschaftssinn und die Lust an der Entdeckung.

Das Belohnungszentrum legt es mit der Hilfe von Dopamin und Co. darauf an, dass dies in den Mittelpunkt all unseres Handelns gerückt wird. So lassen positive soziale Kontakte, Nähe und natürlich vor allem Liebe, das Bindungshormon Oxytocin förmlich sprudeln. Mit bedeutsamen Nebeneffekten: Oxytocin wirkt zusätzlich wie eine Wunderwaffe, wenn es darum geht, Stress und Ängste zu besiegen, den Blutdruck zu senken oder das Immunsystem zu stärken. Womit sich zeigt, dass es zwischen Glück und Gesundheit doch klare Zusammenhänge gibt.

CR

Foto: Geralt, pixabay.com

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