Kunterbunt

Nikolaus, der Allrounder

6. Dezember 2016 0 Kommentare
Heute beglückt der so freundliche Nikolaus – vorwiegend ohne Krampus – unsere Kinder. Hinter diesem schönen Brauch verbirgt sich ein unglaublich vielseitiger Heiliger.

Nikolaus, einst Bischof von Myra (in der heutigen Türkei gelegen), gestorben an einem 6. Dezember im vierten Jahrhundert nach Christus, ist einer der bekanntesten aber auch vielseitigsten Heiligen der christlichen Welt. Wohl auch deshalb wird sein Todestag rund um den Globus mit unterschiedlichsten Bräuchen begangen, die zum Teil mit den vielen Legenden zu tun haben, die sich um ihn ranken. Sie alle haben diverse Wunder und besondere Wohltätigkeit als roten Faden.

Nikolaus ist Schutzheiliger – und damit auch Glücksbringer – unter anderen für die Seefahrer, Kaufleute, Rechtsanwälte, Apotheker, Fleischhauer, Bäcker und Pfandleiher, aber auch für Menschen in Berufen, die längst aus der Mode gekommen sind, wie etwa Drescher und Salzsieder. Dazu gilt er als Patron von Schülern und Studierenden, Reisenden und Liebenden genauso wie von Prostituierten und Gefangenen.

Bescherung

Einst war der Tag des Heiligen Nikolaus auch jener der großen familiären Bescherung, die heute am Heiligen Abend üblich ist. Die Ablehnung der Heiligenverehrung im Zuge der Reformation hat in diesem Zusammenhang vieles verändert und auch dazu beigetragen, dass im 19. Jahrhundert jenseits des großen Teiches der Heilige Nikolaus zum Weihnachtsmann mit dem Namen Santa Claus mutierte und dass er mit einem fliegenden Rentierschlitten daher kommt.

Bei uns bewährt sich der Heilige Nikolaus nach wie vor in einer Erziehungsfunktion: Er lobt – gut informiert von den Eltern – all die guten Taten der Kinder, die in seinem „Goldenen Buch“ niedergeschrieben sind und holt zur Belohnung auch kleine Geschenke aus seinem Sack. Früher einmal hatte er meist den Krampus an seiner Seite, der für Furcht erregenden Tadel zuständig war. Seit vielen Jahren ist er vor allem pädagogisch bedingt aus der Mode gekommen und treibt sich daher zum Glück nur noch bei Perchtenläufen herum.

AZ

Foto: PDPictures, pixabay.com

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