Kunterbunt

Ein „Peckerl“

10. Dezember 2016 0 Kommentare
Jeder Vierte in Österreich, sagt ein aktuelle Studie, trägt schon ein Tatoo. Viele macht’s glücklich, aber doch nicht alle. Die Ewigkeit wird zur Tücke.

 Früher einmal hatten Tatoos zwei sehr ähnlich klingende Heimatbezirke – Hafen oder „Häf’n“. Anfang der 1990er Jahre haben sie begonnen, in die Mitte der Gesellschaft zu finden. Eine IMAS-Umfrage ergab, dass sich mittlerweile schon 24 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher Sprüche oder Motive aller Art und Größe in die Haut stechen und mit Tinte färben haben lassen. In der Altersgruppe der unter 35jährigen sind es schon zwei Fünftel.

Das „Peckerl“, wie ein Tatoo mittlerweile fast liebevoll genannt wird, hat viel mit Glück zu tun. Viele solcherart Verzierte behaupten, dass sie ihr Körperschmuck glücklich macht – wohl damit, dass er ihr Selbstbewusstsein stärkt und sie auch „in“ werden lässt.

Da und dort helfen Botschaften und Symbole auch manchen Leuten, etwas zu kompensieren, das sie nicht haben. Immerhin steht diese Form der Selbstinszenierung auch dem beruflichen Glück nicht mehr so sehr im Weg wie einst: 69 Prozent der Befragten sehen diese Facette der Persönlichkeit inzwischen locker – „jeder soll machen, was er will“, 27 Prozent lehnen sie ab. Nur sieben Prozent ziemlich intensiv. Sie sind überzeugt davon, dass Tätowierte ein „eher schlechtes Niveau“ haben.

Die Ewigkeit

Die entscheidende Tücke des Tatoos ist aber zweifellos dessen Ewigkeit: Für 37 Prozent der Befragten kommt es genau deshalb nicht in Frage. Und diese Skepsis hat einen realen Hintergrund, den Zahlen aus Deutschland beleuchten. Das Institut für Demoskopie Allensbach stellte bei einer Untersuchung in Deutschland fest, dass sich nur 72 Prozent aller Tatooträger wieder derart schmücken lassen würden. Fast jeder Fünfte bereut sogar ausdrücklich den einstigen Entschluss, ist also unglücklich damit. Oft sorgen die verewigten Namen verflossener Partner dafür, manchmal ändern sich auch im Laufe der Jahre einfach Geschmack und Gemüt. Wenn Sturm und Drang nachgelassen haben, hätte man halt auch den eigenen Körper an die neue Wirklichkeit angepasst. Und das geht eben schwer bis gar nicht.

 

CR

 

Foto: coiffure-x0, pixabay.com

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