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Glücksfall Zuhören

13. Dezember 2016 0 Kommentare
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Jemanden zu finden, der einem noch zuhört, zählt bei gar nicht wenigen Menschen zu den großen Sehnsüchten. Mit offenen Ohren kann man also glücklich machen – speziell vor Weihnachten.

 Das Zuhören ist eine Hälfte der menschlichen Kommunikation. Allerdings eine, die heutzutage mehr schlecht als recht funktioniert. Doch gerade in dieser Hälfte der menschlichen Kommunikation steckt unglaubliche, glücksbringende Kraft – denn immer öfter wünschen sich junge wie alte Leute nichts sehnsüchtiger als jemanden zu finden, der ihnen wirklich offene Ohren schenkt, der Freud und Leid mit ihnen teilt. Das Zuhören ist, so sagen Experten, total unter die Räder der Informationsüberlastung und Reizüberflutung gekommen. Entsprechend dringend sei es, meinen viele, die besonderen Qualitäten des Zuhörens wieder zu entdecken.

Wobei stets hinzugefügt wird, dass gutes Zuhören nicht alleine eine Sache der Ohren wäre und ausdrücklich alle Kanäle der Kommunikation (Körpersprache, Mimik, Tonfall etc.) brauche. In diesem Sinne bringt auch stundenlanges Telefonieren am Handy ganz und gar kein vollwertiges Zuhören.

Konversation

Wie wichtig gute und tiefgehende zwischenmenschliche Konversation spielt, konnten unter anderen auch Psychologen der University of Arizona wissenschaftlich belegen. Sie untersuchten, was die Gespräche von Personen, die sich als „glücklich“ bezeichnen, von jenen unterscheidet, die meinen „unglücklich“ zu sein. Sie fanden dabei heraus, dass die Glücklichen deutlich mehr Zeit mit anderen Menschen verbringen und auch viel mehr und viel tiefer gehende Dialoge führen.

In Österreich hat sich die ARGE Zuhören in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt und auch in einer Befragung von 1200 Menschen wichtige Erkenntnisse gewonnen. Hier einige davon:

  • Vertrauen ist das wichtigste Kriterium dafür, dass man jemandem zuhört – durchaus verständlich in einer Zeit, in der man einfach nicht mehr jedem zuhören möchte.
  • Offene Ohren fehlen Leuten aller Altersgruppen. Besonders stark wird das allgemeine Weghören jedoch mit zunehmendem Alter beklagt.
  • Mit dem Thema Urlaub findet man beim Small-Talk mit Abstand am leichtesten Zuhörer.
  • Die stärkste Zuhör-Blockade ist ein schlechter Kommunikationsstil. Er fördert das Weghören noch mehr als ein fader Gesprächsinhalt.

BC

Foto: KK

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