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Bäume umarmen

19. Dezember 2016 0 Kommentare
baum
Der Wald wird immer mehr als Glücksfaktor, Sanatorium und Fitnesscenter entdeckt. Damit lernt man ihn  auch in unseren Breiten jetzt noch mehr zu schätzen.

Für uns sind die großartigen Wälder rundherum zwar als Holzlieferanten und Tourismusmagneten sehr willkommen, aber als „Sanatorien“ der ganz anderen Art entdeckt man sie jetzt erst auf Umwegen. Um diesem spannenden Thema näher zu treten, muss man zuerst nach Japan schauen. Im dicht besiedelten Land mit den endlosen Häuserschluchten, wo die ungestillte Sehnsucht nach heiler Natur verständlicher Weise ungleich größer ist als bei uns – hat man für die aktive und leidenschaftliche Beziehung zum Wald sogar einen eigenen Begriff erfunden – Shinrin-yoku. Mehr noch: Auch eine eigene Wissenschaft setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander. Mit der Konsequenz, dass fernab unserer gewaltigen Waldparadiese lange Listen von positiven Wirkungen des Waldes erstellt worden sind – zahlreiche davon betreffen auch die Psyche. Und damit das Glück.

Entsprechend intensiv ist die Beziehung der Menschen im traditionsbewussten Land der 6852 Inseln zu jedem einzelnen Baum und erst recht zu ganzen Wäldern. Auch in unseren Breiten weicht die Selbstverständlichkeit langsam einer neuen Nähe. So sieht man zunehmend Menschen, die Bäume umarmen – und rätselt, was diese Liebesbezeugung soll. Die Lösung: Diese Leute glauben daran, dass man so die heilenden Fähigkeiten der Holzriesen transferiert.

Belächelt

Lange wurde das eher milde belächelt, nun weiß man aufgrund diverser Forschungsprojekte, dass dies tatsächlich medizinische Wirkung zeigen kann. Die Rinde der Bäume besteht auch aus so genannten Terpenen, die allerlei kostbare Kräfte entfalten. Unter anderem auf das menschliche Immunsystem. Wer der Rinde nahe kommt, atmet sie ein und schon soll’s tatsächlich helfen.

Auf diesen und ähnlichen Spuren wandelt auch der Bestseller des Biologen Clemens G. Arvay aus Niederösterreich mit dem Titel „Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald“. Erst jüngst erschien schon das Nachfolge-Buch –“Das Biophilia-Training“. Arvay und die Fitnesstrainerin Mariya Beer erklären darin, warum der Wald eigentlich das beste Fitnesscenter ist. Nicht nur das: Beim Training unter Bäumen verdichten sich die vielen positiven Effekte noch durch die intensivere Atmung.

„Das Biophilia-Training – Fitness aus dem Wald“ von Clemens G. Arvay und Mariya Beer ist im Verlag edition a erschienen und um 22 Euro erhältlich.

HR

Foto: KK

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