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Die Glücksfrucht-Krise

3. Januar 2017 0 Kommentare
bananen
Die Banane, berühmt auch als Glücksfrucht, droht aus den Regalen der Supermärkte zu verschwinden. Sie wird von der Panamakrankheit bedroht, aber auch vom Monokultur-Irrwitz.

Oft ist von Happy-Fruits die Rede, wenn Bananen gemeint sind. Sie verdanken diesen ausgezeichneten Ruf einem Eiweißbaustein namens Tryptophan, den der Mensch braucht, um das Glückshormon Serotonin zu erzeugen. Tryptophan kommt in zahlreichen Lebensmitteln vor, besonders reich ist die Banane damit gesegnet. Und zusätzlich stellte vor einiger Zeit auch noch eine britische Studie fest, dass die Farbe Gelb bei Lebensmitteln als besonders beglückend empfunden wird – was wiederrum die Banane stärkte.

All dem zum Trotz sieht es um die Zukunft der Banane alles andere als rosig aus. Ein Bericht der Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt vor einer für die Pflanze tödlichen Gefahr mit der Bezeichnung TR4. So heißt ein Pilzstamm, der ein Erreger der so genannten Panamakrankheit ist. Er wütet schon seit einigen Jahren gegen die Bananensorte Cavendish, die kurioser Weise weltweit von allen großen Konzernen produziert wird, weil sie robust und dicht anzubauen ist. Das, obwohl es etwa 1500 Arten weltweit gibt!

Machtlos

In Südostasien, Afrika und dem Nahen Osten wütet TR4 schon seit Jahren. Nun wird befürchtet, dass er schon bald auf die größten Anbaugebiete der Welt übergreifen könnte, die in Südamerika liegen. Diesem Krisenfall steht man nach bisherigem Stand der Dinge machtlos gegenüber. Man hat trotz intensiver Forschungen noch kein Gegenmittel entwickeln können und keine andere Sorte käme den Wünschen der Produzenten so sehr entgegen, wie es Cavendish tut. Sie rettete die Bananen-Wirtschaft in den 1960er Jahren aus einer sehr ähnlichen Tragödie, wie sie jetzt droht. Damals kam die Supermarke Gros Michel unter die Räder eines anderen Erregers der Panamakrankheit und wurde schließlich rund um den Globus durch Cavendish ersetzt.

Experten sehen längerfristig auch nur eine einzige Chance, den Tücken der Panamakrankheit zu entkommen: Es gilt, sich vom geballten Risiko der Monokulturen zu verabschieden und zur Sortenvielfalt zurückzukehren! Das wird mühsamer und teurer, sollte aber den Konsumenten zum Teil deutlich besseren Geschmack bescheren. Und Glück natürlich als Draufgabe.

HR

Foto: OpenClipart-Vectors, pixabay.com

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