Schule

Umdenken!

7. Januar 2017 0 Kommentare
Kräftigen wissenschaftlichen Rückenwind bekommt das Thema „Glück in der Schule“ durch die Ergebnisse einer großen Meta-Studie der London School of Economics.

 Die London School of Economics (LSE), eine 1895 gegründete staatliche Universität, ist eine ganze feine Forschungsadresse in Großbritanien. Gemeinsam mit den Universitäten Oxford und Cambridge, dem Imperial College und dem University College (beide in London) bildet sie die Gruppe der berühmten und erfolgreichen G-5-Universitäten in England. Mehr noch: Rund ein Viertel aller Nobelpreise in Sachen Wirtschaftswissenschaften bekamen Preisträger verliehen, die eine Verbindung mit der London School of Economics haben. Auch in Sachen Glücksforschung steht man dort seit Jahren international in der ersten Reihe. Eine ganz wesentliche Rolle in diesem Zusammenhang spielt der Nationalökonom und mittlerweile emeritierte LSE-Professor Richard Layard. Er hat sich in den letzten Jahren ganz darauf konzentriert, Erkenntnisse aus der Glücksforschung in die Wirtschaftswissenschaften einzubeziehen und damit schon für viel Aufsehen gesorgt.

Metastudie

Entsprechenden Stellenwert haben die Ergebnisse einer von einem Team rund um Layard durchgeführten großen Metastudie. Man nahm die Ergebnisse aus zahlreichen großen Untersuchungen in Australien, Großbritannien, Deutschland und den USA zum Thema Glücksursachen noch einmal unter die Lupe und konnte damit auf Aussagen von rund 200.000 Menschen zurückgreifen.

Die wichtigste Erkenntnis daraus: Soziale und psychologische Faktoren sind, stellte man zusammenfassend fest, für das Glücksempfinden und die Zufriedenheit der Menschen in erster Linie ausschlaggebend – und nicht die Höhe der jeweiligen Einkommen. Konkret ausgedrückt geht es um nicht so sehr wie um Beziehungsqualität und psychische Gesundheit.

Die Forscher verbinden mit diesem bemerkenswerten Ergebnis vor allem einen Bildungsauftrag, den sie sehr deutlich formulieren: Das Lebensglück von Erwachsenen hänge, so betonten sie, deutlich mehr vom Engagement in Sachen psychischer Gesundheit im Kindesalter als von erworbenen Qualifikationen ab. In diesem Sinne riefen sie zu einem Umdenken im Bildungssystem auf und forderten, den Schülerinnen und Schülern verstärkt Instrumente für ihr Wohlbefinden in die Hand zu geben.

Damit bekommt das auch international viel beachtete Projekt „Glück in der Schule“ in der Steiermark mit seinen über 100 teilnehmenden Bildungsstätten, das genau das als Ziel hat, einmal mehr kräftigen Rückenwind.

ECR

Foto: geralt, pixabay.com

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