Kunterbunt

Die „Aberer“

14. Januar 2017 0 Kommentare
Aber geralt
Wertschätzender und konstruktiver Kommunikationsstil ist ein wichtiger Glücksfaktor im Alltag und Berufsleben. Oft steht dem aber ein einziges, eigenartiges Wort im Weg – „aber“.

 Wir verwenden dieses unscheinbare, und doch gefährliche Wort unzählige Male am Tag und denken nicht daran, was es anrichten kann. Ein Beispiel: „Das war eine schöne Veranstaltung, aber die Musik war nicht wirklich mitreißend.“ Diese Bemerkung soll ein diplomatisches Kunstwerk sein, zuerst das Positive hervorheben und damit den Schmerz des kritischen Tiefschlags lindern, dessen Startsignal das „Aber“ ist. Doch das gelingt nicht, sagen Kommunikationsfachleute. Im Gegenteil: Die „Aber-Botschaft“ ist davon geprägt, dass die erste, positive Hälfte gleich wieder demoliert wird. Deshalb kommt sie unehrlich rüber und ist ein Stimmungskiller.

Nicht nur das, „aber“ ist generell negativ besetzt. Schon im Kindesalter mussten wir alle immer wieder erzieherische Predigten nach dem „Aber-Muster“ hören – „aber vergiss ja nicht, deine Hausaufgaben zu machen!“ Und es fällt auf, dass es Zeitgenossen gibt, die dem „Aber“ besonders zugetan sind. Man könnte sie die „Aberer“ nennen. Es sind jene, die überall ein Haar in der Suppe finden, aber ihre kritische Manie mit halbherzigen Freundlichkeiten am Beginn von verbalen Remplern verträglicher gestalten wollen. „Du bist ja recht tüchtig, aber das ist dir völlig misslungen…“

Wer in seiner Umgebung beruflich und/oder Pluspunkte sammeln will, sollte versuchen, das „Aber“ ganz aus seinem Dialog-Repertoire zu streichen. Das klingt leichter als es ist, doch es zahlt sich aus, sagen jene, die es geschafft haben.

HR

Foto: geralt, pixabay.com

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