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Von Dänen und Genen

12. Februar 2017 0 Kommentare
Kopenhagen Jessie Kron
Die Welt will wissen, was es mit dem berühmten Glück der Dänen auf sich hat? Ist „hygge“ das Gehemnis dahinter oder liegt es gar an den Genen?

Dänemark ist so etwas wie ein Glücks-Hit: Beim 160 Länder umfassenden World Happiness Report, den das Earth Institute der Columbia-Universität New York im Auftrag der Vereinten Nationen erstellt, landete man im Vorjahr schon zum dritten Mal auf Platz eins. Und bei der so genannten Eurobarometer-Umfrage gaben 2015 unglaubliche 70 Prozent der Dänen an, rundum zufrieden zu sein. In Österreich taten das nur 26 Prozent der Menschen, im europäischen Durchschnitt waren es noch weniger – nämlich 24 Prozent. Kein Wunder, dass der mit rund 5,5 Millionen Einwohner kleinste Staat Skandinaviens wegen seiner Happy-Power rund um den Globus Schlagzeilen macht und Glücksforscher magisch anzieht.

Letztere wollen mittlerweile schon allerlei Ursachen für die geballte Zufriedenheit in der parlamentarischen Monarchie im Norden Europas entdeckt haben. Die Palette reicht vom überdurchschnittlichen Wohlstand bis zu einem ungewöhnlich hohen Vertrauen, das umgeht. Angeblich ist die Chance, eine verlorene Geldtasche – wohlgemerkt gefüllt – zurückzubekommen, in Dänemark so groß wie kaum anderswo. Am öftesten wird eindeutig das Wort „hygge“ als Glücksgeheimnis genannt, das mit „gemütlich“ nur unzureichend übersetzt ist. Es geht um den typisch dänischen, betont gelassenen und zufriedenen Lebensstil, den jeder ein wenig anders interpretiert. Aber immer sehr positiv.

Mit einer besonders interessanten Erkenntnis in Sachen dänisches Glück können die beiden Wissenschaftler Eugenio Proto und Andrew Oswald von der Universität Warwick aufwarten. Sie meinen, eine einfache Regel entdeckt zu haben: Je mehr genetische Distanz ein Volk zu den Dänen hat, desto weniger glücklich ist es. Die beiden Forscher haben sogar ein konkretes Gen im Visier – nämlich eines, das die Ausschüttung des Glückshormones Serotonin beeinflusst. Die Wissenschaftler können auch mit einem konkreten Beispiel aufwarten: Bürger der Vereinigten Staaten mit dänischen Vorfahren liegen ebenfalls deutlich über dem Zufriedenheits-Durchschnitt. Allerdings sagen die beiden Forscher selbst, dass sie für eindeutige Beweise noch mehr Daten brauchen.

Wie auch immer: Wer draufkommen will, wie das mit dem Glück der Dänen tatsächlich ist, wird einfach einmal auf Entdeckungsurlaub gehen müssen…

AZ

Foto: Jessie Kron, pixabay.com

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