Forschung

Im Orchestergraben

20. Februar 2017 0 Kommentare
Orchester pexels
Ausgerechnet dort bringt Musik offenbar kein Glück: Im Orchestergraben geht – so eine Aufsehen erregende Untersuchung in Australien – ein alarmierendes Stimmungstief um!

Alle Musiker der acht professionellen Symphonie- und Bühnenorchester Australiens konnten an einer so genannten Querschnittsstudie teilnehmen, in der zahlreiche psychosoziale Fragen gestellt worden sind. Schon allein die sehr hohe Rücklaufquote wurde als Botschaft betrachtet – 70 Prozent (377 Personen) nahmen teil und ließen ein Stimmungsbild entstehen, das in der internationalen Szene der Berufsmusiker heiß diskutiert wird.

Die Ergebnisse in beklemmenden Zahlen: Bei genau einem Drittel der Musikerinnen und Musiker sah man klare Hinweise auf Angstzustände, fast ein Drittel entsprach der Diagnose Depressionen. Und bei mehr als jedem Fünften zeigten sich posttraumatische Belastungsstörungen – wie man zeitlich verzögerte psychische Reaktionen auf ein extrem belastendes Ereignis nennt. Vor allem die jüngere Generation und das weibliche Geschlecht in den Orchestern klagten über permanente Auftrittsängste.

All das dürfte auch die Ursache dafür sein, dass jede(r) Siebente ein Alkoholproblem hat. Die einzige positive Nachricht: Die Quote an Raucherinnen und Rauchern ist mit sechs Prozent auffallend gering.

Auf ein ganz anderes und ebenfalls gravierendes Problem ist man bei dieser Untersuchung gar nicht eingegangen: Die heutigen Orchester spielen viel lauter als einst, weil bei ihren Zuhörern mittlerweile die Reizschwellen viel höher liegen. Mit der Folge, dass Musiker sehr oft unter Hörschäden leiden, die zum Teil auch erhebliche soziale Auswirkungen haben. Wer sich mit seiner Umgebung nur noch eingeschränkt verständigen kann, leidet ebenfalls nicht selten auch psychisch stark unter dieser Situation.

HR

Unser Bild bezieht sich auf keines der von der genannten Untersuchung betroffenen Orchester!

Foto: pexels, pixabay.com

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