Forschung

Das Leben ein „U“

23. Februar 2017 0 Kommentare
In unseren Breiten entspricht die Glückskurve des menschlichen Lebens einem „U“ – in der Mitte gibt es einen kräftigen „Durchhänger“. Schuld ist die Midlife-Crisis.

Drei britische Wissenschaftler – Andrew Steptoe, Angus Deateon und Arthur Stone – analysierten im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Daten der so genannten Gallup World Poll, die jährlich 150.000 Menschen selbst ihre Lebenszufriedenheit benoten lässt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind gleich mehrfach interessant: Erstens zeigte sich, dass die solcherart erstellten Bilanzen für Zufriedenheit von Land zu Land sehr unterschiedlich sind. Zweitens gibt es zum Teil aus Sicht der WHO alarmierende regionale Übereinstimmungen: In Afrika gibt es – grafisch betrachtet – gar keine Kurve, nur eine Gerade auf sehr niedrigem Niveau. In Osteuropa, Russland und Lateinamerika ist ebenfalls von Kurve nichts zu sehen, eine Gerade geht auf Talfahrt. In den Ländern der westlichen Welt entspricht die Bilanz meist einem „U“. Sie fällt von hohen Werten in Jugendjahren in die Tiefen der Midlife-Crisis, die in der Untersuchung zwischen 45 und 54 angesiedelt ist, und erreicht dann etwa ab dem 60. Jahr wieder ein Zufriedenheits-Hoch.

Die Forscher erklären das „U“ damit, dass in der westlichen Welt die Lebensmitte von besonders intensiver Arbeit geprägt sei, die sich in Sachen Lebensqualität negativ bemerkbar macht. Erst, wenn der Ruhestand entweder in Sichtweite oder gar schon erreicht ist und der Druck nachlässt, geht auch die Kurve der Zufriedenheit – sofern gesundheitlich alles im Lot ist – wieder rasant nach oben.

AZ

Foto: Jake William Heckey, pixabay.com

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