Schule

Glücksnoten

24. Februar 2017 0 Kommentare
Renate Duschneg
Renate Duschnig ist „Glücks-Professorin“ am Pestalozzi-Gymnasium in Graz, wo es im Unterrichtsfach Glück sogar Noten gibt. Und sie darf sich über ein Jubiläum freuen.

glueckszeitung.at: Sie sind seit einem Jahrzehnt in diesem erfolgreichen und viel beachteten Projekt tätig. Was hat sich so alles verändert im Laufe der Jahre des Glücksunterrichts?

Renate Duschnig: Am Anfang wurden wir teilweise belächelt, weil die Tatsache, dass Glück erlernbar ist, noch recht wenigen Leuten bekannt war. Inzwischen hat sich das alles in der Kollegenschaft, bei den Eltern und vor allem auch bei den Schülerinnen und Schülern etabliert. Es ist einfach selbstverständlich geworden, dass es Glück in der Schule gibt.

glueckszeitung.at: Leicht kann’s ja für Sie am Start mit einem derart ungewöhnlichen Projekt nicht gewesen sein…

Renate Duschnig: Ich hatte den großen Vorteil meiner Erfahrungen als diplomierte Lebensberaterin und systemischer Coach im Umgang mit Erwachsenen – da war vieles davon auch im Unterricht sehr hilfreich und hat mir selbst Rückhalt gegeben.

glueckszeitung.at: Sie spielen im Projekt „Glück macht Schule“, an dem in der Steiermark über 100 Schulen teilnehmen, eine gleich doppelte Sonderrolle – als einziges Gymnasium und als einzige Bildungsstätte, die im Unterrichtsfach „Soziales Lernen mit Schwerpunkt Glück“ auch Leistungen benotet.

Renate Duschnig: Es war ein Wunsch der Eltern, Noten zu geben. Natürlich sind sie ein Symbol der Leistungsgesellschaft, aber sie drücken auch Wertschätzung aus und gerade unter diesem Aspekt haben sie sich durchaus bewährt.

glueckszeitung.at: Wie kann man denn Glück überhaupt benoten?

Renate Duschnig: Über Projektarbeiten. Die Schüler machen beispielsweise Umfragen zum Thema, schreiben Geschichten oder machen Zeichnungen. Dabei sind wirklich wunderbare Sachen entstanden, auf die wir sehr stolz sind. Deshalb wird auch alles dokumentiert und in der Schule ausgestellt.

glueckszeitung.at: In welchen Klassen gibt es Glücksunterricht?

Renate Duschnig: In den ersten Klassen, aber wir bieten auch einmal im Jahr einen Glückstag an, der alle Klassen mit einbezieht. Er wird heuer im März stattfinden und unter einem wichtigen Motto stehen – „Deinen Talenten Flügel verleihen“. 15 Kolleginnen und Kollegen sowie auch sehr viele Schülerinnen und Schüler tragen dazu bei, dass der Glückstag ein Erfolg wird.

glueckszeitung.at: Diese Frage werden Sie wahrscheinlich schon oft gehört haben – was bringt’s?

Renate Duschnig: Erfreulicher Weise unglaublich viel, leuchtende Kinderaugen sind wunderbare Beweise dafür. Wir erleben aber auch immer wieder, dass Glück tatsächlich anstecken und in unserer Schule weite Kreise ziehen kann.

BC

Foto: GZ

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