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Bärlauch-Fieber

15. März 2017 0 Kommentare
Bärlauch TheUjulala
Der Bärlauch ist da – ein echter Glücksbringer. Weil er zu den ersten Frühlingsboten zählt, herrlich schmeckt, gesund ist – und angeblich sogar Dämonen vertreibt.

Er wird Jahr für Jahr mit Sehnsucht erwartet und bringt Sammelleidenschaft wie auch kulinarische Dynamik ins Land – der Bärlauch, eine der ungewöhnlichsten Pflanzen weit und breit. Sein Name kommt angeblich von der Gewohnheit der Bären, sich nach ihrem Winterschlaf damit wieder richtig Lebensfreude anzufuttern. Das hängt wohl nicht nur mit seinem exzellenten Geschmack zusammen, sondern auch mit der Gunst der Stunde. Die Blütezeit des Bärlauchs beginnt sehr früh, die ersten Exemplare zeigen sich schon im März, zu einer Zeit, in der das Angebot in Wald und Feld noch eher kärglich ist.

Er kann sich in schattigen, humusreichen Auwäldern prächtig entwickeln und zum prägenden Landschaftselement werden, wie etwa in den Murauen in und um Bad Radkersburg, die als eines der bekanntesten Bärlauchparadiese gelten. Dort, aber auch anderswo geht in der Hochsaison des engen Verwandten von Schnittlauch und Knoblauch richtiges Bärlauch-Fieber um. Er hat nicht nur zahllose große Auftritte in den Speisekarten, er beflügelt auch in großem Stil die Sammelleidenschaft. Hunderte Hobbyköche tummeln sich kulinarisch beglückt in den Bärlauch-Wäldern herum und füllen ihre Taschen mit dem ruhmreichen Wildgemüse.

Dieses hat aber auch noch ganz andere Seiten: “Der Bärlauch ist eine der stärksten und gewaltigsten Medizinen in des Herrgotts Apotheke. Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut”, schrieb einst der berühmte Schweizer Kräuterpfarrer Johann Künzle und trug maßgeblich dazu bei, dass Freunde der Naturmedizin dem Bärlauch bis heute eng verbunden sind. Abergläubische Menschen auch, denn er steht im Ruf Dämone, Vampire, Hexen und andere dustere Gestalten vertreiben können. Das liegt offenbar in der Familie, denn Ähnliches wird bekanntlich auch dem Knoblauch nachgesagt.

AZ/ Foto: TheUjulala, pixabay.com

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