Kunterbunt

Zu wenig Licht!

25. März 2017 0 Kommentare
Licht PDP, pixabay.com
Ein Glücksthema, das kurioser Weise ein Schattendasein fristen muss: das Licht! Bei Pflanzen gehen wir interessanter Weise sorgsam damit um, bei uns selbst aber nicht.

Es geht um eine einfache, aber höchst alarmierende Rechnung: Noch vor 100 Jahren verbrachte der Mensch 90 Prozent seiner Zeit bei Tageslicht und konnte reichlich über einen kostbaren, direkt von der Sonne gelieferten, Nährstoff verfügen. Heute ist es genau umgekehrt, nur noch magere zehn Prozent werden im Freien verbracht und ein völlig neues, teilweise geradezu dramatisches Problem taucht auf: akuter Lichtmangel! Seine Auswirkungen auf Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensglück sind gravierend.

Bei Tieren und Pflanzen ist es selbstverständlich, dass sie sich nur im „richtigen“ Licht entwickeln können. In eigener Sache hat der moderne Mensch in seiner Begeisterung für den Fortschritt auf eine der wichtigsten Lebensregeln dieser Welt vergessen. Sonnenlicht und Sauerstoff sind nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern gerade für ihn selbst die beiden entscheidenden Regulatoren der physiologischen Funktionen. Wir brauchen das Licht, um damit den Tag- und Nachtrhythmus zu steuern, unser Immunsystem zu kräftigen und selbst die verpönten ultravioletten (UV-) Strahlen haben in kleiner Dosis eine ähnliche Wirkung auf die Gesundheit wie diverse Vitamine und Spurenelemente. UV-Licht wird unter anderem zur Bildung von Vitamin D benötigt. Die Kraft der Sonne trägt sogar dazu bei, dass die Liebe blühen kann. Sie beflügelt über die Hypophyse und die Zirbeldrüse im Gehirn die Produktion der Sexualhormone.

Viel Gelegenheit dazu geben wir ihr allerdings nicht, denn die meisten Menschen verbringen heute aufgrund völlig veränderter Lebensgewohnheiten den Großteil ihrer Zeit hinter Mauern und manche von ihnen sogar bei Kunstlicht! Damit lassen wir ein gewaltiges Angebot ungenützt. Ein prächtiger Sonnentag kann eine Lichtstärke von über 100.000 Lux anbieten, durchschnittliche Arbeitsplätze und sonstige Räume selten mehr als kärgliche 500 Lux. Da ist sogar ein lichtarmer Wintertag mit nur 1.500 Lux im Vergleich zu den diversen Kunstlichtbunkern noch die Leuchtkraft pur. Aber damit nicht genug: Das „echte“ Produkt von Mutter Sonne liefert ein buntes, abwechslungsreiches Programm an Helligkeiten und Farben und hält damit die Augen fit. Das schaffen nur die wenigsten künstlichen Alternativen, es dominiert die halbwegs helle Monotonie.

Besonders schwer leidet unter Lichtmangel die menschliche Psyche, wie die zunehmende Zahl jener zeigt, die Opfer von Winterdepressionen und ihrer weit reichenden Folgen geworden sind. Übrigens ein Krankheitsbild, das in den Mittelmeerländern, wo die Menschen auch in der kalten Jahreszeit viel mehr Zeit im Freien verbringen, so gut wie unbekannt ist.

CR

Foto:PDP, pixabay.com

Das könnte dir auch gefallen...

Kommentieren