Forschung

Was ist mit dem Lachen los?

26. März 2017 0 Kommentare
Lachen macht glücklich und tut der Gesundheit gut. Aber was ist schuld daran, dass uns das Lachen leider immer mehr vergeht?

Mit dem Lachen sieht es heutzutage eher traurig aus. Den Beweis dafür legt eine noch weitgehend unbekannte Wissenschaft vor – die „Gelotologie“: In den 1950er Jahren, als die Menschen noch schwer unter den Folgen des Zweiten Weltkrieges zu leiden hatten und vom Wirtschaftswunder weit und breit nichts zu sehen war, hat man durchschnittlich noch beachtliche 18 Minuten am Tag gelacht. Heute sind wir bei einem Drittel davon angelangt, bei armseligen sechs Lach-Minuten. Wir stecken also offensichtlich in der Lachkrise – und das mit Folgen für unser Lebensglück, das menschliche Miteinander und die Gesundheit. Denn für all das ist Lachen nachweislich eine Kraftquelle.

Das Lach-Tief gibt deshalb besonders zu denken, weil Menschen mit angeborener Fröhlichkeit zur Welt kommen. Schon sehr früh, etwa ab der fünften Lebenswoche, bezaubern uns Babys immer wieder mit entzückendem Lächeln. Zwischen dem vierten und fünften Monat entwickelt sich dieses dann in Richtung eines herzhaften Lachens. Und diese sichtbare und hörbare gute Babylaune findet erfreulicher Weise bis zu 400 Mal täglich statt. Von da an nimmt allerdings die Lachlust stetig ab. Die Statistik verrät uns, dass es Erwachsene im Schnitt nur noch auf 20 Mal Lachen am Tag bringen. Ist unser Erwachsenenleben wirklich so ernst und unlustig geworden?

Das schmerzt doppelt, weil die junge Wissenschaft der Gelotologie uns zumindest teilweise bestätigen kann, dass ein guter, alter Spruch ein reales Fundament hat: „Lachen ist die beste Medizin!“ Es erweitert das Lungenvolumen, verbessert die Sauerstoffversorgung des Gehirns, trägt zur Produktion von endogenen Opioiden (sie helfen bekanntlich beim Abbau der Stresshormone Kortisol und Adrenalin), regt die Verdauung an und hilft bei Schmerztherapien. Folglich bewährt sich mittlerweile in zahlreichen Spitälern, was noch vor ein einigen Jahren als Gag belächelt worden ist – der Einsatz von Lachtherapeuten.

Vor allem aber erzeugt das Lachen ohne Zweifel Glücksgefühle und baut Brücken. Auch deshalb sollten wir intensiv darüber nachdenken, wie wir wieder mehr zu lachen lernen.

CR

Foto: Pexels, pixabay.com

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