International

Das Sorgen-Ranking

28. März 2017 0 Kommentare
Nachdenklich adamova
Eine große internationale Sorgen-Studie zeichnet ein interessantes Bild von den höchst unterschiedlich wahrgenommenen Glücksbedrohungen auf dieser Welt.

In 25 Ländern wird monatlich die Studie „What worries the World“ des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos erhoben. Österreich ist nicht dabei, aber man kann davon ausgehen, dass die deutschen Ergebnisse auch der österreichischen Gefühlslage etwa entsprechen könnten. Bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, dass in den jüngsten Ergebnissen in unserem Nachbarland die Bedenken in Sachen Armut und soziale Ungerechtigkeit dominieren. Mit 47 Prozent der Nennungen und einem Plus von drei Prozent gegenüber der letzten Erhebung sind sie auf Platz ein des Sorgenrankings zu finden und lösen dort den Terrorismus ab. Die Ängste dazu plagen nunmehr 39 Prozent der Deutschen und damit um zehn Prozent weniger als zuletzt. Das ergab Platz drei. Was wohl mit der zeitlichen Nähe zum Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt zu tun haben dürfte. Auf Platz zwei finden sich Kriminalität und Gewalt mit 40 Prozent – auf etwa gleichbleibendem Niveau.

Das Thema soziale Ungerechtigkeit dominierte im internationalen Vergleich in Ungarn (62 Prozent) am stärksten. Die Ängste in Sachen Kriminalität und Gewalt sind in Schweden (49 Prozent) am höchsten. Weltweit führend sind unsere deutschen Nachbarn bei den Bedenken zur Zuwanderung. Für mehr als ein Drittel (35 Prozent) zählt sie zu den größten Sorgenthemen. Großbritannien (33 Prozent) und Italien (31 Prozent) kommen diesem Wert sehr nahe.

Die Studie wollte auch wissen, ob das jeweilige Heimatland „auf dem richtigen Weg“ sei. Zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen können dem nicht zustimmen. Immerhin gibt es eine fallende Tendenz, zuletzt äußerten sich 69 Prozent dazu negativ. Damit liegen unsere Nachbarn ziemlich nahe am Durchschnitt von 62 Prozent. Die am stärksten negativen Stimmungen in Europa zeigten sich in Italien (88 Prozent „nicht auf dem richtigen Weg“), Frankreich (85 Prozent) und Spanien (76 Prozent).

Robert Grimm, Leiter der Ipsos Politik- und Sozialforschung, zu den Ergebnissen: „Die Studie erinnert uns daran, dass Unzufriedenheit unterschiedlich groß ist, vielfältige Gründe hat und sich dynamisch entwickelt.“

HR

Foto: Adamova, pixabay.com

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