Forschung

„Zu viel!“

30. April 2017 0 Kommentare
Stress geralt
Eine spannende Diagnose voller Widersprüche zum „Tag der Arbeit“: Die psychische und die physische Belastung im Job nehmen ebenso zu wie die allgemeine Zufriedenheit.

Das Ranking der Stressfaktoren, das die große Arbeitsmarktstudie des deutschen Personalunternehmens Orizon (mit im Jahr 2016 erhobenen Daten) jüngst veröffentlichte, sieht alarmierend aus: Das Klagethema „Zu viele Aufgaben, zu wenig Personal“ liegt mit 72,7 Prozent Zustimmung (bei möglicher Mehrfachnennung) einsam voran. Im Jahr zuvor waren es 72,0 Prozent. Rang zwei gehört dem „Ärger mit Vorgesetzten“, der zwar mit 50,3 Prozent weit zurück liegt, aber offenbar mächtig zulegt. Im Jahr zuvor waren es nämlich noch 45,9 Prozent. Ähnlich kritisch ist die Lage beim „Ärger mit Kollegen“: 49,0 Prozent bringen den dritten Platz, aber auch da zeigen 43,9 Prozent aus dem Vorjahr stark steigende Tendenz. Zu den großen Kalibern des Unmuts zählt noch der Lärm: 40,7 (38,4) Prozent bedeuten Rang vier.

Aufgrund dieser Fakten liegt der Schluss nahe, dass auch der Glücksfaktor auf den Arbeitsplätzen im Sinkflug ist. Doch man staune: Die große Mehrheit – über 80 Prozent der Arbeitnehmer – fühlt sich trotz der teilweise sogar stark zunehmenden Stress-Faktoren im Job offenbar wohl. Und die Tendenz? Ebenfalls leicht steigend.

Dazu gibt es zwei Sichtweisen: Man könnte sagen, der Großteil der arbeitenden Menschen hat sich mit den Härten im Job abgefunden. Oder man macht sich Sorgen, weil es immerhin jedem fünften Arbeitnehmer aufgrund der geschilderten Umstände nicht so gut geht. Nachdenklichkeit ist auf alle Fälle angesagt am „Tag der Arbeit“!

CR

Foto: geralt, pixabay.com

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