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Die „Mama-WG“

7. Mai 2017 0 Kommentare
WG 2
Elly Kofler beschreibt in einer berührenden Story, wie aus zwei zerbrochenen Beziehungen plötzlich etwas höchst Ungewöhnliches entstand – die „Mama-WG“. Ein Glücks-Modell.

Es waren einmal zwei glückliche, junge Frauen in Beziehungen, die für die Ewigkeit gedacht waren. Und doch kam alles anders. Eines Tages standen die Trennungen im Raum, die ganze Welt begann zu wanken, der Boden unter den Füßen wurde weggezogen. Es entstand eine bittere, neue Realität.

Und da trafen sie sich. Beide verunsichert – aber in Aufbruchstimmung. Beide sich fürchtend, was sie erwartet als Alleinerzieherin. Es bedeutet wohl, dass du abends nie unter Leute gehen kannst, dass du in dieser Lebensphase nicht leicht jemanden Neuen kennenlernen wirst. Dass du sehr abhängig davon bist, dass der Ex-Partner neben seinen väterlichen auch den finanziellen Verpflichtungen nachkommt. Dass du alleine, wenn krank, auch wirklich auf dich alleine gestellt bist.

Die beiden Frauen begannen, gemeinsam Ideen zu entwerfen, sprachen Befürchtungen aus – und dann wagten sie plötzlich einen ungewöhnlichen Schritt. Sie gründeten die „Mama-WG“, zusammen mit zwei Buben, die sich freuten, nicht mehr allein zu sein. Sie begannen, gemeinsam Pläne zu schmieden, das „Alltägliche“ im Duett zu bewältigen und Dinge beim Namen zu nennen, die ihnen wichtig waren. Es ging um Ernährungsfragen allgemein, das Thema „ Wie viel Schoki?“, Fernsehzeiten und diverse Grenzziehungen.

Der Plan ging auf! Sie leben gemeinsam, kochen gemeinsam, die Kinder fahren Ski und Rad miteinander, Geburtstage werden in der WG gefeiert und manches mehr. In dieser neuen Leichtigkeit fielen auch schwere Zeiten nicht so ins Gewicht. Vor allem deshalb, weil sie ja gemeinsam zu bewältigen waren. Mehr noch: Die „Mama-WG“ durfte plötzlich auch großen Zuspruch aus der Umgebung erfahren – es gab Advokaten, die kostenlos für sie kämpften und allerlei freundliche Angebote aus der Nachbarschaft. Die beiden Frauen und ihre Söhne erfuhren so viel ungeahnten Zuspruch, dass sie oft richtig gerührt waren.

Das Schönste: Alle vier dürfen – als eine Familie der etwas anderen Art vereint – wieder glücklich sein.

Nachsatz: Dieser Artikel soll Mut machen! Ja, es ist schlimm, wenn eine Beziehung zerbricht. Schlimm für beide Partner – noch schlimmer für die Kinder. Aber es geht! Glaubt daran, kämpft wie Löwen, sucht nach einem Weg – und wenn dieser stimmig ist, versucht es vielleicht sogar auch über unseren. Wir haben uns gefunden und können das Modell „Mama-WG“ nur weiter empfehlen!

Mama-WG

Manchmal gibt’s auch unterschiedliche Stimmungslagen in der „Mama-WG“, aber insgesamt bewährt sich das Modell!

Foto: Elly Kofler

 

Hier einige wichtige Links zum Thema:

http://www.alleinerziehende-tirol.net/

Frühstück für Alleinerziehende im Eltern Kind Zentrum IBK:

http://www.ekiz-ibk.at/?p=6925

die ÖH Wohnungsbörse:

http://www.oehweb.at/service/wohnungsboerse/

Eltern-Kind-Zentren:

http://www.eltern-kind-zentren-tirols.at/

Tauschmärkte http://www.ekiz-ibk.at/ und Familienberatung (auch kostenlose psychische Beratung)

das Tiroler Jugendamt:

https://www.tirol.gv.at/gesellschaft-soziales/kinder-jugendhilfe/jugendamt-bhs/

Gerichtstag am Bezirksgericht:

https://www.justiz.gv.at/web2013/bg_innsbruck/bezirksgericht_innsbruck~2c9484853f08c7f1013f14153f275962.de.html

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