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Stilles Glücksdorf

9. Mai 2017 0 Kommentare
GUT GLÜCK
Glückstripp an die Ostsee – Teil 1: Schöner könnte ein Ortsnamen nicht sein – „Gut Glück“. Das Dorf am Barther Bodden führt ein sehr ruhiges Leben.

Seit Bildbearbeitungsprogramme weit verbreitet sind, gelten Fotos mit Hinweistafeln in Richtung Glück nicht unbedingt als Seltenheit. In der Wirklichkeit allerdings sehr wohl. Dem entsprechend kommen all jene ins Staunen, die sich von der kleinen, aber feinen mittelalterliche Stadt Barth zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst aufmachen. Schon nach wenigen Kilometern lockt plötzlich in waldiger Gegend ein Wegweiser nach  „Gut Glück“ und zu einem Bildungszentrum.

Wer der Verlockung nicht widerstehen kann, landet in einem wahrlich nicht aufregenden Straßendorf, das trotz dieses sympathischen Namens sogar auf eine Ortstafel verzichtet. In „Gut Glück“ wird nur gewohnt und gebildet, es gibt keinen Laden, keinen Hinweis auf den Namen, keine Besonderheit. Oder doch – die totale Beschaulichkeit. Es läuft einem auch niemand über den Weg, der etwas zu erzählen weiß.

Weitere Recherchen bieten ebenfalls keine aufregenden Ergebnisse. „Gut Glück“, manchmal auch „Gutglück“ geschrieben, zählt zur Gemeinde Fuhlendorf. Dort beruft man sich auf eine sehr simpel gestrickte Geschichte: Ein Wanderer soll einst einen Menschen bewundert haben, der an dieser Stelle mit dem Bau eines Hauses beschäftigt war. Dem soll er zugerufen haben: “Na denn, gut Glück!“ Und das war’s auch schon.

Eine etwas interessantere Glücksspur führt in die 1950er Jahre. Damals wurde die Gegend berühmt für die vielen Kinder-Ferienlager von Betrieben der ehemaligen DDR, die Ostsee-Erlebnisse vermittelten. Man zählte 45 derartige Camps, die Platz für bis zu 600 Betten hatten. Es blühte also viele Jahre lang ein ungewöhnliches, kleines Glück.

Heute bringt der ganzen Region mit ihrer prächtigen landschaftlichen Vielfalt der Tourismus ein großes Glück. Vor allem die reisefreudigen Deutschen entdecken im großen Stil die eigene Heimat – weil die Ferne teilweise zu unsicher geworden ist.

Heimo Revna

Foto: GZ

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