Lokal

Mit Glücksgeschichten!

12. Juni 2017 0 Kommentare
Gegen den Hass Teufel
glueckszeitung.at-Autorin Ingrid Teufel über das Buch „Gegen den Hass“. Ist er wirklich mehr geworden oder wird ihm bloß mehr Aufmerksamkeit geschenkt?

Wien, Museumsquartier, Sommerabend, seidenweiche Luft. Viele Menschen in der Halle 21, neugierig auf die Lesung von Carolin Emcke aus ihrem Buch „Gegen den Hass“. Was man gegen Hass unternehmen kann, interessiert alle. Hass, der – glaubt man Medienberichten – immer mehr wird.

Ist er wirklich mehr geworden oder wird ihm bloß mehr Aufmerksamkeit geschenkt? Früher geschah auch viel Hasserfülltes, aber es verbreitete sich nicht so rasch. Die auf Negatives fokussierte Aufmerksamkeit ist fatal, denn Hass weckt, verstärkt und vermehrt – Hass. Wie formulierte es Albert Einstein so klug: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Aber was können wir gegen Hass unternehmen? Carolin Emckes Empfehlung, Hass „Glücksgeschichten“ entgegenzusetzen, ließ mich aufhorchen, nachdenken, über eigene Erfahrungen reflektieren. So manche mache ich zeitweise intuitiv. Höre ich hasserfüllte Geschichten, dann erzähle ich (bei passender, nicht aufgeheizter) Gelegenheit glücklich machende Storys, um auf diese Weise auch die andere „Seite der Medaille“ zu beleuchten. Zum Beispiel vom sichtlich nicht begüterten Mann türkischer Herkunft, der meine Geldbörse fand, die ich – weil vollbepackt – beim Aussteigen aus einem Taxi ausstreute. Er setzte Gott und die Welt in Bewegung, um mich zu finden. So ein Glück zu haben, ist nicht selbstverständlich! „Andere“ glücklich(er) zu machen, ist ebenfalls beglückend. Einfach, indem man sie wahrnimmt, anlächelt, freundliche Worte wechseln. Das wirkt garantiert hasshemmend!

Also lasst uns gemeinsam Glücksgeschichten in Gang setzen, sammeln und verbreiten! Das ist garantiert eines der besten und wirksamsten Mittel gegen Hass, das wir – allein und gemeinsam – einsetzen können.

Foto: Ingrid Teufel

 

 

Das könnte dir auch gefallen...

Kommentieren