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„Erfahrungen als Schatz“

13. Juli 2017 0 Kommentare
Vier Damen
Sibylle Eisenburger engagiert sich bei „urban care. Achtsamkeit in der Stadt“ sehr für den ehrenamtlichen Einsatz älterer Menschen. Warum verrät sie im Interview.

glueckszeitung.at: Ihr Herzensanliegen ist die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen am Projekt „Urban Care“, das sich dem wichtigen Thema Achtsamkeit in der Stadt widmet. Wie kamen Sie dazu?

Sibylle Eisenburger: Das Sozialprojekt „club lerntrampolin“ an einer VS in Wien 12 mit fast ausschließlich Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache, welches den Kindern am Nachmittag an zwei Tagen in Kleingruppen Lern-Kurse, an zwei Nachmittagen Kreativkurse anbietet, hat als dritte Säule Lesepaten aus den rotarischen Clubs, die uns sponsern. Diese werden von den Kindern geliebt und von der Lehrerschaft als große Unterstützung geschätzt. Nicht zuletzt haben sie selber große Freude daran und begleiten die Kinder oft schon seit Jahren! Durch diese Erfahrung und die zähe Entwicklung im Bereich der schulischen Reformen meine und hoffe ich, dass die Zivilgesellschaft und vor allem meine Generation, die das große Glück hatte, eine lange Zeit sehr positiver Entwicklung miterleben zu dürfen und oft Zeit und andere Ressourcen hat, vielleicht etwas davon den benachteiligten Kindern unserer Gesellschaft weiter geben mag, um sie in der Entfaltung ihrer Fähigkeiten und auch den Erhalt des sozialen Friedens zu unterstützen.

glueckszeitung.at: Warum ist es so wichtig, Achtsamkeit unter dem Fokus Leben in meiner Stadt speziell älteren Menschen zu vermitteln? Was bewirkt ihre Teilhabe für das öffentliche Leben?

Sibylle Eisenburger: Teilhabe ist eine salutogenetische Maßnahme. Aus dem inzwischen selbstverständlich gewordenen Stadtbild sind Kinder und alte Menschen so ziemlich verschwunden. Diese beiden Gesellschaftsgruppen sind weggesperrt, mehr oder weniger gut betreut. Das „Business“ beherrscht die Szene. Beide „Rand“-Gruppen sind aber so kostbar und lebendig, reich an Unbefangenheit und Erfahrung.

glueckszeitung.at: Bitte schildern Sie uns, wie Ihre Arbeit konkret aussieht.

Sibylle Eisenburger: Wir wollen Menschen, auch jüngere, die bereit sind, einen kleinen Teil ihrer Zeit zu schenken ein wenig zum Thema „Stärkenschatzsuche“ und Achtsamkeit „einschulen“, damit sie die Kinder, die meist eher mit ihren Defiziten vertraut sind beim Auffinden ihrer Talente und Interessen unterstützen.

glueckszeitung.at: Haben Sie ein ganz persönliches Glücksrezept?

Sibylle Eisenburger: Für mich war und ist die Natur eine unerschöpfliche Quelle. Im kalten, nassen, dunklen Herbst, der das Absterben symbolisiert, die Knospen für das kommende Frühjahr zu sehen, beglückt mich. Ebenso, Kinder zu beobachten, Blüten, die duftende Üppigkeit und Buntheit des Frühlings! Dankbarkeit für das, was ist! Alle Erfahrungen sind ein großer Schatz!

Das Interview führte Eva-Maria Chibici-Revneanu

 

 

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