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Trauriges Glück

29. August 2017 0 Kommentare
Laternen jill111
glueckszeitung.at-Autorin Annette Reinhardt aus Kronberg in Deutschland stellt eine berührende Frage: Trauriges Glück – gibt es so etwas? Und sie hat auch eine Antwort darauf.

Nun, von Glück im Unglück hat schon jeder gehört – und es gibt unendlich viele Beispiele. Mein trauriges Glück ist etwas ganz anderes. Auch wenn ich in Trauerbegleitung nicht erfahren bin, habe ich mir schon immer gedacht welch großen Respekt Menschen verdienen, die Betroffene und Angehörige pflegen, begleiten und Trost spenden. Schon lange habe ich mich mit dem Thema beschäftigt – wie „traurig schwer schön“ ist es doch Abschied nehmen zu können – von einem geliebten Geschöpf. Und hierbei möchte ich den Abschied von einem treuen Tier nicht mindern.

Letzte Woche durfte ich die letzten Stunden meines Schwiegervaters miterleben. Auch wenn der Tod für ihn letztendlich – und für uns alle – eine Erlösung bedeutete, die letzten Tage für ihn wirklich schwer wurden und die Last der Pflege der letzten Jahre auf allen, natürlich insbesondere auf meiner Schwiegermama schwer schwer lasteten – die letzten Stunden waren irgendwie schön.

Die Familie war versammelt, man sprach über ihn, hörte „mit ihm“ nochmal seine Lieblings-CD’s, lachte über Anekdoten, Geschichten und Urlaubserlebnisse. Immer war einer direkt am Bett, hielt seine Hand, streichelte ihn. Auch wenn er nicht mehr reagieren konnte, so bin ich mir sicher, dass er unsere Anwesenheit und Liebe spüren konnte. Auch wenn die Demenz ihn uns schon in den letzten Monaten teilweise genommen hatte – er war für uns auch immer noch „so wie er war“ und sein strahlendes Lächeln und der wunderbare Humor bleibt in unseren Herzen.

Heute möchte ich sagen, dass ich es als große Ehre empfunden habe, als ein trauriges, stilles Glück diesen mir sehr wertvollen Menschen begleiten zu dürfen.

Ich möchte auch dieses Glück nicht missen …

Foto: jill111, pixabay.com

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