Lokal

„Lust aufs Leben“

6. November 2017 0 Kommentare
Was ist Glück für Gehirnforscher Gerald Hüther? „Es bedeutet, viele – mittelgroße – Probleme zu haben, die lösbar sind. Entscheidend ist das Gefühl, etwas meistern zu können!“

Der bekannte deutsche Gehirnforscher Gerald Hüther war beim großen Bildungskongress im Schloss Puchberg bei Wels (glueckszeitung.at berichtete) viel beachteter Hauptreferent. Der mehrfache Buchautor ist dem Thema Bildung leidenschaftlich verbunden – als Verantwortlicher für die „Akademie für Potentialentfaltung“ und auch für die Initiative „Schule im Aufbruch“. Auch das Thema Glück spielt für ihn in diesen Zusammenhängen immer wieder eine wichtige Rolle.

Probleme lösen

Deshalb nützte glueckszeitung.at auch die Gelegenheit, mit Hüther ein Gespräch in Sachen Glück zu führen. Die bedeutendste Frage dazu: Warum ist es aus der Sicht des renomierten Wissenschaftlers so ganz besonders wichtig? Hüther: „Es ist die einzige Möglichkeit, jenes Kohärenzgefühl zu entwickeln, das entscheidet, worauf es im Leben ankommt: Wir werden immer wieder mit Problemen konfrontiert, die wir ansammeln und verdrängen können – oder auch so lösen, dass es für uns wieder passt, also kohärent ist.“

Was leichter klingt als es ist, denn bekanntlich passt nur selten im Leben alles zusammen. Aber genau deshalb, sagt Hüther, sei es für das persönliche Glück, die persönliche Weiterentwicklung von Bedeutung, Kohärenz immer und immer wieder herzustellen zu versuchen.

Was dabei hilft? Hüther: „Das Gefühl, etwas gestalten zu können und die Erkenntnis der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns.“

Die Vorteile des Kohärenzgefühls sind, wie der Gehirnforscher hervorhebt, gewaltig: „Kranke werden schneller wieder gesund, da sie ihre Selbstheilungskräfte aktivieren können. Kohärente Menschen haben mehr Lust aufs Leben und mehr Freude am Leben, haben mehr Lust auf Weiterentwicklung, dafür aber weniger Angst und das Gefühl, auch mit schwierigen Situationen zurecht zu kommen.“

Und genau dieses Zurechtkommen bedeutet für Gerald Hüther Glück!

ECR

Zu unserem Bild: Eva-Maria Chibici-Revneanu von glueckszeitung.at im Gespräch mit Gerald Hüther. Rechts von ihm Kongress-Organisator Peter Schipek. Foto: Ingrid Teufel

Das könnte dir auch gefallen...

Kommentieren