Lokal

Ökonomie und Glück

16. November 2017 0 Kommentare
Beim siebenten Treffen des „Vienna Behavioral Economics Network“ (VBEN) erklärte der bekannte Verhaltensökonom Andrew Oswald, warum das Thema Ökonomie und Glück auch die Wissenschaft so sehr interessiert.

Das Glück der Menschen wird mittlerweile weltweit an zahlreichen Universitäten von vielen Disziplinen erforscht. Von der Philosophie, der Psychologie, der Medizin – und auch von der Ökonomie. Andrew Oswald, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of Warwick, ist einer der renommiertesten Forscher zum Thema Arbeitsökonomie. Und er beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit einer für die Wirtschaft ungemein wichtigen Frage: Was macht Menschen im Job glücklich?

Jüngst war Oswald Keynote-Speaker beim Vienna Behavioral Economics Network in Wien und erklärte bei dieser Gelegenheit auch, wie die Ökonomie zum Thema Glück kam. Man, so der Wissenschaftler, einfach bemerkt, dass Geld nicht alles sei. Es könne einen zwar bis zu einem gewissen Punkt glücklich machen, doch dann lasse diese Wirkung stark nach. Oswald: „Wir Menschen vergleichen uns ständig mit anderen. Und wenn diese mehr haben, werden wir unglücklich.“ Und wenn wir unglücklich werden, leisten wir auch im Job messbar weniger.

Gute Chefs

Doch wie bekommt man glückliche – und damit kreative und leistungsfähige – Mitarbeiter? „Gute Chefs sind wichtig“, sagte der Verhaltensökonom. Das Verhalten des Vorgesetzten – im Sinne von wahrgenommener Kompetenz und empathischem Leadership – sei einer der wichtigsten Faktoren für glückliche und produktive Mitarbeiter. Die gute Nachricht dabei: „Wir sehen an den Daten für Europa, dass die Menschen meist recht glücklich sind – und richtig schlechte Chefs gibt es auch selten.“

Trotzdem, so Oswald, müsse jede Organisation ständig an sich arbeiten, um unglückliche Mitarbeiter zu vermeiden. Ein wichtiger Rat des Professors: „Menschen hassen die totale Fremdbestimmung, egal ob durch den Vorgesetzten oder gar eine Maschine. Gewähren Sie Ihren Mitarbeitern also Freiräume. Sie werden dadurch glücklicher und produktiver.“

KK

Foto: Robin Higgins, pixabay.com

Das könnte dir auch gefallen...

Kommentieren