Forschung

Alles digital!  

6. Dezember 2017 0 Kommentare
Nur noch in Deutschland kommunizieren junge Erwachsene lieber von Angesicht zu Angesicht, weltweit pflegen zwei Drittel – so eine Studie – ihre Kontakte schon lieber digital!

Aus der Sicht der Glücksforschung ist dieses Thema ein heißes Eisen: Die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht spielt durch ihre Mehrkanaligkeit – sie überträgt nicht nur gesprochene Inhalte, sondern auch Körpersprache  (Mimik, Gestik, Haltung) und Tonfall – eine besondere Rolle in der Beziehungsqualität. Aber sie kommt ganz offensichtlich aus der Mode. Laut den Ergebnissen einer internationalen Befragung von LivePerson (ein Anbieter von cloud-basierten Messaging-Lösungen im Mobile- und Online-Bereic) unter jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 34 Jahren, ist Deutschland – wie es heißt – der letzte wichtige Markt, in dem junge Menschen lieber mit Anderen direkt kommunizieren. Und das nur noch mit einer hauchdünnen Mehrheit von 50,1 Prozent.

Zur Sache

Ganz anders sieht es im globalen Vergleich aus. 65 Prozent dieser Altersgruppe kommunizieren bereits wesentlich lieber digital. Beispielsweise in den USA (73,7 Prozent) und im Vereinigten Königreich (74,4 Prozent) bevorzugen bereits rund drei Viertel der jungen Leute den digitalen Austausch. Wohl weil er schneller zur Sache kommt und weit weniger Zeit braucht. Aber auch, weil tiefe Bindungen im Beziehungsumfeld offenbar an Bedeutungen verlieren.

Wie intensiv der Trend zur Digitalisierung ist, zeigt auch die Tatsache, dass sich eine große Mehrheit (69,5 Prozent) der weltweit befragten jungen Menschen sogar eine Welt vorstellen kann, in der 100 Prozent aller Einkäufe digital bzw. online getätigt werden. 20,7 Prozent der Befragten meinen, dass sie Einkäufe ohne jeglichen menschlichen Kontakt begrüßen würden.

Noch zwei weitere, bemerkenswerte Details der Befragung: Eine deutliche Mehrheit (69,4 Prozent) der jungen Generation gab an, eher auf die Telefon-Funktion ihres Smartphones verzichten zu können als auf Messaging-Apps. Und 42 Prozent meinten, dass es für sie in Ordnung sei, beim gemeinsamen Essen mit der Familie zu texten. Für 28 Prozent ist es sogar normal, während eines Gesprächs parallel einer anderen Person zu schreiben. Digi-Boom und Smartphon-Mania verändern also auch soziale Normen. Und das gleich gravierend.

AZ

Foto: Nastya Gepp, pixabay.com

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