International

Vorrang für die reale Welt

27. Februar 2018 0 Kommentare
Online-Abhängigkeit ist zu einem weit verbreiteten Phänomen geworden. Die Zahl der Betroffenen ist bei jungen Menschen deutlich höher!

Der Verein Pro Psychotherapie setzt sich in einer Situationsanalyse mit dem Thema Online-Abhängigkeit auseinander. In Deutschland leiden nach unterschiedlichen Schätzungen ein bis drei Prozent der Bevölkerung darunter. Bei  nicht wenigen von ihnen sind die Dimensionen höchst problematisch: Sie nutzen vier Stunden oder mehr am Tag zwanghaft das Internet – wobei die Zahl der Betroffenen bei jungen Menschen deutlich höher liegt. Frauen leiden, sagen die Fachleute, ähnlich häufig an einer Internet-Sucht wie Männer. Dabei zeigt sich, dass Frauen zu einer übergroßen Nutzung sozialer Medien neigen, Männer zu exzessiven Computerspielen.

Der Übergang von einer intensiven Nutzung zu suchtartigem Verhalten sei, betont man von Seiten Pro Psychotherapie, fließend. In solchen Fällen sei die Beeinträchtigungen von psychischer und körperliche Gesundheit die Folge. Menschen vereinsamen und verlieren kognitive Fähigkeiten. Von einer Internet-Sucht spricht man „bei übermäßiger Nutzung, die sich negativ auf die sozialen Beziehungen auswirkt“. Kontrollverlust des Nutzungsverhaltens, Stressabbau sowie Entzugserscheinungen im „Offline-Dasein“ würden eine vorhandene Internetsucht aufzeigen

Interessant ist auch der Hinweis, dass laut Studien 86 Prozent der Internetsüchtigen eine weitere psychische Störung haben. Am häufigsten hat man dabei Depressionen, eine andere Suchterkrankung (zum Beispiel Alkoholabhängigkeit) und eine Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)festgestellt.  Auch soziale Ängste und Persönlichkeitsstörungen kommen häufig zusammen mit einer Internetabhängigkeit vor.

Auch für diese Sucht gelte, sagen die Psychotherapeuten, die Regel „je früher der Klient Hilfe sucht, desto höher sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.“ Ziel sei es, Denkmuster und Verhaltensweisen zu verändern und auch eine gesteuerte Online-Nutzung herbeizuführen. Die „reale“ Welt sollte wieder Vorrang vor der „Online-Welt“ haben.

KK

Foto: rawpixel, pixabay.com

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