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Schlaflos

15. März 2018 0 Kommentare
Zum Welt-Schlaftag am 16. März läuten die Alarmglocken: Eine große Umfrage der MedUni Wien belegt eine deutliche Zunahme von Schlafproblemen.

Forscher der MedUni Wien haben die Schlafgewohnheiten der Österreicherinnen und Österreicher erforscht und spannende Erkenntnisse zu einem Thema gewonnen, das bei immer mehr Menschen dem Glück im Wege steht – der Schlaflosigkeit. Im Vergleich zum Jahr 2007 hat sie stark zugenommen – vor allem die Zahl der Einschlafstörungen ist förmlich explodiert. So klagten nun 30 Prozent der Befragten über regelmäßige Einschlafstörungen, während es bei der genannten letzten Umfrage nur sechs Prozent waren.

Studienleiter Stefan Seidel vom Schlaflabor der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien/AKH Wien dazu: „Von Einschlafstörungen sprechen wir, wenn man regelmäßig nachts länger als 30 Minuten zum Einschlafen braucht“. Seidel hat gemeinsam mit seinem Kollegen Gerhard Klösch (ebenfalls Neurologie) und der Epidemiologin Eva Schernhammer von Zentrum für Public Health der MedUni Wien die Umfrage durchgeführt.

Mit 51 Prozent Betroffenheit ist die so genannte Durchschlafstörung (wenn man nachts öfter grundlos aufwacht) noch weit häufiger und hat ebenfalls stark zugenommen. Im Jahr 2007 beklagten sich 26 Prozent der Befragten darüber.

Innere Unruhe

Die Ursachen für beide Probleme sind, sagen die Fachleute, ähnlich: Meistens ist es eine innere Unruhe, die uns nicht schlafen lässt. „Das bekannte Grübeln, Nicht-Runterkommen und Probleme wälzen ist die häufigste Ursache für Schlafstörungen“, so Seidel.

Auch regelmäßig unausgeschlafen zu sein, sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, meinen die Fachleute. 50 Prozent bekennen sich dazu und sind folglich tagsüber in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt.

Noch ein wichtiger Hinweis der Schlafprofis: Phasen der Müdigkeit tagsüber deuten nicht unbedingt auf einen krankhaften Zustand hin. So sorgt der natürliche biologische Rhythmus etwa für das bekannte „Nachmittagstief“. Wohl auch in diesem Zusammenhang ergibt es sich, dass 38 Prozent der Befragten regelmäßig untertags ein Nickerchen halten. 2007 waren es allerdings nur 23 Prozent.

Abschließend ein wichtiges Richtmaß: Die Menschen in Österreich schlafen pro Nacht im Schnitt sieben bis acht Stunden, an Arbeitstagen etwas kürzer, dafür am Wochenende länger.

HR

Grafik: AndCan, pixabay.com

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