Forschung

Grant und Glueck

19. März 2018 0 Kommentare
Zum Welttag des Glücks berichten wir über zwei berühmte, miteinander verbundene Langzeit-Studienprojekte zum Thema Glück und ihre wohl wichtigsten Erkenntnisse.

Fast 80 Jahre lang beschäftigten sich die „Grant-Studie“ und die „Glueck-Studie“ mit der Frage, was Menschen glücklich macht. Sie beobachteten in diesem langen Zeitraum auf zwei ungemein spannenden Wegen insgesamt über 700 Männer von jungen Jahren bis zum Ruhestand. Sie analysierten sehr genau ihre Lebensgeschichten und testeten zahlreiche gesundheitlichen Werte. Genau 268 von ihnen waren Absolventen der berühmten US-Elite-Uni Harvard, die damals nur Männer besuchen durften, 456 wuchsen als Buben in den ärmeren Vierteln der Stadt Boston auf. Das Harvard-Projekt finanzierte in den Anfangsjahren der Kaufhaus-Millionär W. T. Grant, die räumlich nahe Vergleichsstudie wurde nach dem Professoren-Ehepaar Eleanor und Sheldon Glueck benannt. Ihr Name stand auch für ihre thematische Arbeit.

Robert Waldinger, der das Grant-Projekt zuletzt betreute, hat in zahlreichen Interviews die höchst facettenreichen Ergebnisse stets sehr kurz und doch eindrucksvoll zusammengefasst: Gute Beziehungen seien das Um und Auf, sagte der renommierte Forscher und betonte dabei besonders das Wort „gut“ – zentrale Erkenntnis Nummer eins.

Verschont

Sein Vorgänger George Vaillant verwies stets darauf, dass nur ein Viertel der Studienteilnehmer – sie kamen alle aus besten Häusern, waren top ausgebildet und bestens vernetzt – ein erfolgreiches Leben führen konnte und von schweren seelischen und körperlichen Leiden verschont und stets optimistisch geblieben ist. Auf der anderen Seite stand ein Sechstel, das er die „Traurig-Kranken“ nannten, die mit sich selbst und der Welt ihre liebe Not hatten.

Die zentrale Erkenntnis Nummer zwei ergab sich aus der Vergleichsstudie:  Bei den Teilnehmern des „Glueck-Projektes“ entsprachen Gesundheit und Fitness der 68- bis 70-Jährigen dem der 78- bis 80-Jährigen der „Grant-Studie“. Ihnen wurden sozusagen zehn gesunde Lebensjahre geschenkt, die man vor allem auf die sehr unterschiedliche Lebensweise zurückführte.

HR

Foto: EvgeniT, Pixabay.com

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