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Die Glücksvögel

5. April 2018 0 Kommentare

Der faszinierende Kranich gilt als Vogel des Glücks. Rätselhafter Weise haben viele Tiere ihre Flugroute zu den Winterquartieren und von dort wieder weg geändert – sie führt nun über Österreich.

Seit ewigen Zeiten stehen Menschen im Banne der vielen Mythen rund um die prächtigen Vögel mit ihren eindrucksvollen Balztänzen und trompetenartigen Rufen. Kraniche – sie lebten bereits vor dem Menschen auf der Erde – gelten als Inbegriff für Glück, Freiheit aber auch Treue, weil sie ein Leben lang ihrem Partner verbunden bleiben. In Japan faltet man Papier-Kraniche als Glücksvögel, in China sieht man sie als göttliche Himmelsboten und Indien werden sie sogar als Götter verehrt. Seinen berühmten Ruf als Glücksvogel soll der Kranich allerdings den Menschen in Schweden verdanken, weil sein Kommen im Frühjahr auch das Ende von Kälte und Dunkelheit ankündigte.

Schutzgebiete

Bis vor einem Vierteljahrhundert galten die großen, grazilen Vögel noch als sehr selten. Jetzt gibt es viele. Wie Experten meinen, haben das die Schutzgebiete des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft im Nordosten Deutschlands bewirkt, wo die Kraniche optimale Lebensbedingungen vorfinden. An der Ostseeküste in Groß Mohrdorf, nahe von Stralsund, ist sogar ein Kranichzentrum entstanden, wo man es gut versteht, die Begeisterung für die sehr scheuen Tiere noch weiter zu verstärken. Dort werden auch aufregende Kranichfahrten mit dem Schiff angeboten – mit der einzigartigen Möglichkeit, die Tiere aus einer nicht ganz so großen Entfernung wie sonst zu beobachten.

Über Österreich

Spannend sind die Glücksvögel jetzt plötzlich auch aus österreichischer Perspektive geworden. Seit drei Jahren hat ein Teil von ihnen die traditionelle Flugroute zu den Winterquartieren, die immer über Ungarn, die südliche Adria nach Tunesien geführt hatte, geändert. Man trifft sich nun mit der zweiten großen Gruppe in Südfrankreich und fliegt weiter nach Spanien. Und der Weg dorthin führt über Österreich und Bayern. Im Gebiet rund um den Neusiedler See konnten daher in den letzten Jahren immer wieder große Scharen von mehreren hundert Tieren beobachtet werden.

Routenwechsel

Die Fachwelt rätselt über diesen Routenwechsel. Manche Experten meinen, dass ihn starke Ostwinde verursacht haben könnten. Die Tiere könnten bei einem Ausweichmanöver zur Erkenntnis gekommen sein, dass die neue Strecke besser ist. Abergläubische Menschen hätten noch eine Deutung auf Lager: Vielleicht wollen sie einfach nur den Österreichern in nächster Zeit besonders viel Glück bringen.

HR

Foto: Skeeze, pixabay.com

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