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Urlaubslust  

4. Juni 2018 0 Kommentare
Das „Urlaubsbarometer“ lässt erahnen, dass heuer heftiges Reisen angesagt ist. Die Pläne dazu zeigen sowohl in Österreich als auch in Deutschland ganz besonderen Schwung.

Das Urlaubsbarometer 2018, eine Befragung im Auftrag der Europ Assistance Gruuppe in zehn europäischen Ländern sowie in Brasilien, China, Indien und den USA deutet auf enorm gestiegene Reisebegeisterung hin: 64 Prozent der Deutschen planen heuer, in den Urlaub zu fahren –  der höchste Wert seit dem Jahr 2010. Noch reisefreudiger sind im europäischen Vergleich nur die Menschen in Frankreich (69 Prozent), in Österreich, der Schweiz und Großbritannien (jeweils 66 Prozent).

Die Urlaubskasse

Auch die Urlaubskasse ist auffallend gut gefüllt. Deutsche planen im Durchschnitt 2.376 Euro für den Sommerurlaub ein. Drei Prozent mehr als im Jahr zuvor, damit liegen sie fast 420 EUR über dem europäischen Durchschnitt. Noch größere Sprünge im Vergleich zum Vorjahr machen die Befragten in Österreich (plus 9 Prozent – 2.645 Euro), in der Schweiz (pus 9 Prozent – 2.710 Euro) und insbesondere – ein Jahr nach der Brexit-Entscheidung – in Großbritannien (plus 23 Prozent – 2.230 Euro). Trotzdem bleiben die Europäer preisbewusst: Für 52 Prozent ist das Budget der entscheidende Faktor bei der Auswahl des Reiseziels, erst danach folgt das Klima mit 48 Prozent.

Die politische Situation im Reiseland spielt bei der Entscheidung eine etwas weniger wichtige Rolle als noch im Vorjahr. Soziale Unruhen (28 Prozent), persönliche Übergriffe (36 Prozent) und die politische Gesamtsituation (30 Prozent) werden jeweils um zwei Prozentpunkte geringer bewertet, mögliche Terrorattacken (42 Prozent) um einen Prozentpunkt.

Die Studie machte auch interessante Unterschiede im Urlaubsverhalten aus: Für 54 Prozent der Europäer ist Erholung das wichtigste im Urlaub. 44 Prozent der Befragten wollen vor allem Zeit mit Familie und Freunden verbringen, gerade einmal zehn Prozent begeistern sich für Sport im Urlaub. Bei allem Verlangen nach entspannten Ferien gelingt es jedoch nur 66 Prozent der Europäer, im Urlaub von der Arbeit abzuschalten, 20 Prozent lesen E-Mails, 10 Prozent antworten sogar. Deutschland bildet bezüglich Work-Life-Balance keine Ausnahme: Knapp ein Drittel (32 Prozent) bekommt auch während des Urlaubs den Job nicht aus dem Kopf.

Chinesen legen in ihrer Freizeit weniger Wert auf Entspannung: Gerade einmal ein Viertel möchte sich im Urlaub erholen, nur 40 Prozent der Befragten schalten vom Job ab. Am liebsten entdecken die Menschen aus dem Reich der Mitte neue Kulturen (39 Prozent) oder nutzen die Zeit zum Lesen und Lernen (31 Prozent). Mit 30 Prozent wird es für Chinesen immer wichtiger, im Urlaub Sport zu treiben. Unterschiede sieht man auch bei der Urlaubsplanung: 49 Prozent der Deutschen buchen mehr als vier Monate vor der Reise, in China sind es nur 19 Prozent. Für ihre Entscheidung vertrauen die Chinesen zu 51 Prozent auf Online-Bewertungen – in Deutschland sind es nur 22 Prozent (vier Prozent weniger als im Vorjahr).

Insgesamt sind die befragten Menschen in den Nicht-EU-Ländern abenteuerlustiger als die Europäer: In der Wildnis campen, die Wohnungen mit anderen tauschen, eine Weltreise erleben – das ist nur für 53 Prozent der Europäer ein Ziel. Etwas Neues ausprobieren wollen dagegen 74 Prozent der Chinesen, 70 Prozent der Brasilianer und Inder. In den USA sind es immerhin noch 67 Prozent. Diese Einstellung spiegelt sich auch in der Wahl des Reiselandes wider. Europäer zieht es – ganz anders als die Menschen in Nicht-EU-Ländern – in erster Linie dorthin, wo sie schon einmal waren (33 Prozent).

KK

Foto: pixabay.com

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